DRK stellt sich neu auf

Der DRK-Ortsverein hat viele Pläne (von links): Kita-Leiterin Gabriele Ludwig, die 2. Vorsitzende Uschi Zimmer, Zte Ulrich (Ex-Vorsizende), Jan Hendrik Köhler-Arp (Nachfolger) und DRK Landesgeschaftsführer Torsten Geerdts

 

Laboe – Es war ein Riesenschock für den DRK-Ortsverein und damit das Team in der Kindertagesstätte. Zehn Jahre lang hatten Gabriele Ludwig und ihre Mitarbeiter einem Laboer Steuerberater vertraut. Jetzt soll ihm wegen des Verdachts der Unterschlagung der Prozess gemacht werden. Für die Kita bedeutete das einen Verlust von 170.000 Euro, vor einem finanziellen Scherbenhaufen stand auch der DRKOrtsverein. „Jetzt erst recht“, dachten sich die so Betrogenen und starteten einen beispielhaften Spendenaufruf. Aber auch die Laboer blieben nicht untätig und starteten diverse Aktionen, um ihrem Ortsverein und dem Kita- Team zu helfen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit dem DRKLandesgeschäftsführer Torsten Geerdts konnte eine vorerst positive Bilanz gezogen und für die Zukunft geplant werden. „Wir wollen den Ortsverein in neues Fahrwasser lenken“, sagten die Ortsvorsitzende Ute Ulrich, ihr designierter Nachfolger Jan-Hendrik Köhler-Arp und DRK-Landesgeschäftsführer Torsten Geerdts. Zum neuen Fahrwasser gehört ein entscheidender Wechsel im Vorstand. 25 Jahre lang war Ute Ulrich Ortsvorsitzende, seit über 40 Jahren Mitglied im DRK. Abgelöst wird sie von Jan-Hendrik Köhler-Arp, der der Kita- Leiterin Gabriele Ludwig in den vergangenen Monaten beratend zur Seite stand. Köhler-Arp schätzt am DRK besonders die Unabhängigkeit von Politik und Kirchen. Ute Ulrich wird zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Rund 30 Mitglieder waren zur außerordentlichen Mitgliederversammlung gekommen und waren sich trotz deutlicher Veränderungen schnell einig: Denn zum Krisenmanagement gehört eine drastische Erhöhung des Ortsvereinsbeitrags von bisher 19 auf künftig 36 Euro im Jahr. Ab dem 1. Februar müssen die Mitglieder tiefer in die Tasche greifen. Eine kräftige, aber noch lange nicht ausreichende Finanzspritze gab es durch diverse spontane Hilfsaktionen der Laboer. Dabei kamen rund 30.000 Euro zusammen. Und auch weiterhin wollen sich die Laboer, darunter die Lachmöwen mit einer Benefiz-Vorstellung, für ihren DRK-Ortsverein engagieren. Dafür zeigte sich das DRK „hochdankbar“, bleibt aber selbst alles andere als untätig. Denn die DRK-Kleiderkammer im Kornspieker soll geräumt werden und durch ein modernes DRKShopsystem ausgetauscht werden. Hierfür sucht der Ortsverein eine geeignete Immobilie. Im Shop gibt es künftig nicht mehr nur Kleidung auf Bezugsschein, sondern auch andere gebrauchte Waren wie etwa Kinderwagen oder Rollstühle. Zur Sicherung der Kita soll ein neues Konzept unter gewohnter Trägerschaft erarbeitet werden, denn, und da waren sich alle einig: „So etwas wird uns nicht noch einmal passieren.“ Der DRK-Landesverband hat seine Unterstützung zugesagt. Zwar könne man, so Geerdts, angesichts von 444 Ortsvereinen keine finanzielle Hilfe, dafür aber tatkräftige Unterstützung bieten. Geerdts: „Wir reden mit dem Rechtsanwalt, versuchen einen Teil des Schadens vielleicht über eine Versicherung zu lösen.“ Um neue Mitglieder zu begeistern, sollen auch die „Besuchsfreunde“ regelmäßig ältere oder kranke Laboer besuchen. Geplant ist auch eine Flüchtlingshilfe. Der DRK-Ortsverein, der über kein Jugendrotkreuz verfügt, würde sich sehr über neue Mitglieder aus den Reihen der „jungen Erwachsenen“ freuen. Aber auch ältere Interessierte sind jederzeit willkommen. Und gerade die Jüngeren sollen das DRK nicht als „Verein sehen, in den man mit 28 eintritt und dann lebenslang hat“, sondern im Zuge einer neuen Kampagne unter dem Slogan „Wer hilft, gewinnt.“ Ihre neuen Pläne wollen die Mitglieder intensiv mit der Gemeinde besprechen, aber auch enger mit der Laboer Tourist-Info zusammen arbeiten. Im Vorstand des Ortsvereins wird es auch noch weitere Veränderungen geben, aber einige der erfahrenen Mitglieder bleiben ihm erhalten. Spezielle Aktionen wie eine Gala mit Kochen und Unterhaltungsprogramm, ein Basar und ein Plattdeutscher Abend sollen den Ortsverein und die Kita in der kommenden Zeit in die Öffentlichkeit rücken. Bis dahin sind alle willkommen, die dem Ortsverein mit verschiedenen Ideen und Aktionen aus seiner derzeitigen Misere helfen können. Philine Stoltenberg Quelle: Probsteier Herold

 

Zurück