Ewig defekter Brandmelder hält nicht nur die Laboer Wehr auf Trab

Laboe – Es gibt brennende Momente, die möglichst keine Schule machen sollten. Zumindest, was die ärgerlichen Umstände betrifft. Am Montag wurde die Freiwillige Feuerwehr um 13 Uhr alarmiert. Angeblich sei im Gebäude der Grundschule ein Feuer ausgebrochen. Da sich noch 80 Schüler und das Lehrpersonal in der Schule aufhielten, wurden zusätzliche Kräfte angefordert. Allerdings war es nicht der erste vermeintliche Brand, der in der Grundschule gemeldet wurde, sondern einer von vielen. Die Fehlfunktion der Brandmeldeanlage ist allerdings schon seit einiger Zeit bekannt.

Trotz diverser Nachfragen bei Gemeinde und auch Amt wurde dieser Missstand bisher allerdings noch nicht beseitigt. Sehr zum Unmut der Freiwilligen Feuerwehr, die befürchtet, dass die ewigen Fehlalarme in der Grundschule alles andere als pädagogisch wertvoll sind und damit falsche Signale setzen. Weil sich zirka 80 Kinder in der vermeintlich schon wieder brennenden Schule aufhalten sollten, wurde zusätzlich zum Rettungswagen auch ein Notarztwagen angefordert und außerdem die Technische Einsatzleitung des Rettungsdienstes des Kreises Plön. Die Laboer Wehr war mit einem kompletten Löschzug und insgesamt 21 Kameraden vor Ort. Dort mussten die Einsatzkräfte dann feststellen, was sie schon mehrere Male zuvor festgestellt hatten: Schon wieder war die schuleigene Brandmeldeanlage defekt und musste „zurückgesetzt“ werden. Schulleiterin Claudia Telli und ihre Kollegen hatten indes das Gebäude wieder vorbildlich evakuiert. Genügend Übung hatten sie ja mittlerweile im Evakuieren eines scheinbar brennenden Gebäudes. Aber gerade das verärgert Laboes stellvertretenden Wehrführer Volker Arp und seine Feuerwehr-Kollegen. Denn, so Arp: „Als wir gerade wieder beim Feuerwehrgerätehaus waren, wurde wieder ein Brand in der Grundschule gemeldet.“ Immer wieder rückte die Wehr in den vergangenen Monaten aus, um eine vorbildlich evakuierte Grundschule und den wie immer defekten Brandmelder anzutreffen. Volker Arp: „Es tut mir besonders für Frau Telli und die Schüler leid.“ Denn in regelmäßigen Abständen trainieren zwei Laboer Feuerwehrleute mit Lehrern und Schülern den Ernstfall. Und der entpuppte sich regelmäßig als vermeintlicher solcher. Sowohl Feuerwehr als auch Schulleitung baten Gemeinde und Amt darum, den Brandmelder endlich zu überprüfen oder auszutauschen. Bisher allerdings folgte keine Reaktion. Volker Arp: „Frau Telli hat sich schon bei uns entschuldigt, aber die Schule hat keine Schuld.“ Ärgerlich findet Arp, dass durch die ewig defekte Brandmeldeanlage „jedes Mal eine große Maschinerie anläuft und der Unterricht unterbrochen werden muss.“ Am schlimmsten aber sei der mögliche Effekt, dass die Schüler die Alarme vielleicht irgendwann nicht mehr ernst nehmen könnten und ein Gewöhnungseffekt entstehen könnte, der im echten Ernstfall gefährlich werden könnte. Noch einmal wurde Bürgermeister Walter Riecken informiert und der reagierte diesmal umgehend. Riecken: „Am vergangenen Montag gab es allein zwei Fehlalarme. Wir haben daraufhin eine Preetzer Firma beauftragt, die Anlage zu überprüfen. Sie hatte sich für gestern angekündigt und ich hoffe, dass sie auch da waren.“ Das waren sie dann auch, um den Defekt endgültig zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass der Unterricht an der Laboer Grundschule künftig nur noch durch die offiziellen Pausen unterbrochen wird. Philine Stoltenberg

 

Quelle: Probsteier Herold

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