Neuer Seenotkreuzer für Laboe

1985 lief die "Berlin" vom Stapel, seitdem ist der Seenotkreuzer der 27,5 Meter-Klasse ein Wahrzeichen von Laboe. Bis sie 2017 abgelöst wird, haben "Berlin" und Tochterboot "Steppke" mit Sicherheit noch diverese Einsätze vor sich. Foto: Stoltenberg

 

 

Laboe – Seit fast drei Jahrzehnten ist die 1985 gebaute „Berlin“ nicht mehr aus dem Laboer Hafenbild weg zu denken. Zwar gehört der Seenotkreuzer der 27,5-Meter- Klasse noch lange nicht zum alten „Eisen“, ist aber deutlich in die Jahre gekommen. Und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat die nächste Generation von Seenotkreuzern in Auftrag gegeben. 2017 wird auch in Laboe ein nagelneuer Seenotkreuzer der 28-Meter-Klasse stationiert und damit die „Berlin“ ablösen.

Der neue Kreuzer trägt die Typbezeichnung „SK 36“ mit dem Tochterboot „TB 40“ und ist der direkte moderne Nachfolger der 27,5-Meter-Klasse von Seenotkreuzer „Berlin“ und ihren fünf baugleichen Schwesterschiffen. Noch in diesem Jahr wird ein neuer Kreuzer der 28-Meter-Klasse in Amrum stationiert. Ebenfalls in diesem Frühjahr wird das Infozentrum Nord offiziell seinen Dienst direkt am Hafen und als An- und „Einbau“ des neuen Rettungsschuppens aufnehmen. „SK 36“ wird ein neuer imposanter maritimer Blickfang im Laboer Hafen sein. Der neue Seenotkreuzer ist länger als die „Berlin“, wird von zwei Propellern angetrieben, verfügt über 3.916 PS und ermöglicht den Rettungskräften an Bord durch ein separates „Hospital“ deutlich großzügigere Arbeitsbedingungen. Der 27,90 Meter lange Kreuzer erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 24 Knoten. Der Mannschaft stehen wie schon auf der „Berlin“ Quartiere zur Verfügung. Das gut acht Meter lange Tochterboot unter der Typenbezeichnung „TB 40“ ist eine moderne Weiterentwicklung der bisherigen Tochterboote der Kreuzer der 27,5-Meter- Klasse wie „Steppke“. Das Tochterboot erreicht eine Geschwindigkeit von 21 Knoten. Voraussichtlich Ende Mai soll der baugleiche Kreuzer „SK 35“ anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Seenotretter getauft und vor Amrum stationiert werden. 2017 wird dann die Berlin durch „SK 36“ und „TB 40“ abgelöst werden. Bis dahin muss die „Berlin“ aber wie gewohnt Einiges leisten. Denn nach wie vor ist ihr Revier das mit den meisten Einsätzen. Das Seenotrettungsboot „Bottsand“ wurde im vergangenen Jahr aus Laboe abgezogen. 2014 war das Einsatzaufkommen für Laboes Seenotkreuzer auch wieder hoch, allerdings etwas geringer als im Vorjahr. Insgesamt 139 Mal mussten „Berlin“ und Tochterboot „Steppke“ auslaufen, um in den unterschiedlichsten Notfällen zum Einsatz zu kommen. 2013 waren es noch 156 Einsätze. Dabei wurden 49 Menschen aus Seenot und Gefahr gerettet. Besonders spektakulär war jener Einsatz, als die „Berlin“ die Suche nach einem vermissten Fischer in der Hohwachter Bucht koordinieren musste (siehe Artikel oben). Derzeit – und schon seit dem vergangenen Jahr – ist die „Berlin“ aufgrund ihrer Werftzeit nicht an ihrem gewohnten Platz im Laboer Hafen zu sehen und zu fotografieren. Ihr Ersatz- Kreuzer ist die „Hannes Glogner“. Voraussichtlich Mitte Februar wird die „Berlin“ in Laboe zurück erwartet. Das Jahr 2015 ist in Laboe von Einweihungen geprägt. Aber noch bevor das Hafenumfeld und der Rosengarten am 2. Mai offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden, wird das neue Infozentrum Nord der DGzRS Ende März eingeweiht. Ein genauer Termin ist noch nicht bekannt, wie der Pressesprecher der DGzRS-Zentrale in Bremen mitteilte. Wer die Entwicklung der neuen Kreuzer verfolgen möchte, kann dies im Internet unter www.150-jahre-seenotretter.de tun. Philine Stoltenberg

Quelle: Probsteier Herold

 

 

Zurück