Super-Blick dank schnellem Mausklick

Laboe is schö: Diese und andere Ansichten schätzen die Besucher des Laboer Ehrenmals, die Fahrstuhl oder Treppe nutzen

Laboe – Dass man vom Laboer Ehrenmal aus eine tolle Aussicht hat, ist an sich nichts Neues. Dass diese Aussicht aber auch jederzeit von zu Hause aus genossen werden kann, verdanken Internet-Nutzer mit einem Faible für maritime Ansichten einer speziellen Webcam. Wer von unten aus Richtung des Eingangs genau hinschaut, kann sie ganz oben sogar mit bloßem Auge als „kleinen Haken“, der der Seeseite zugerichtet ist, erkennen. Seit Dezember gibt es die mit einer Position von 85 Metern über Normal Null wahrscheinlich weit und breit höchstplatzierte und mittlerweile auch einwandfrei funktionierende Webcam. Und die erfreut sich schon jetzt einiger Beliebtheit.

 „Anfangs hatten wir Befürchtungen, dass die Menschen das Ehrenmal nicht mehr besuchen, wenn der Ausblick auch virtuell übertragen wird“, erinnert sich Alexander Hub, Assistent der Geschäftsführung des Deutschen Marinebundes. Das war auch die Zeit, in denen man mit den Qualitätsstandards noch nicht zufrieden war, weil sich die Webcam ausgerechnet in einem Bereich Laboes befindet, der eine alles andere als ideale Breitbandversorgung bietet. Kurzum, so Hub: „Wir befinden uns hier in einem eingeschränkten DSL-Bezirk, haben aber ein sehr großes Datenaufkommen.“ Die Erfahrung von Hub und seinen Kollegen: Wenn zu viele auf die durch die Webcam übertragenen Daten zurückgreifen wollen, quittiert die Technik ihren Dienst. Dieses Problem wurde allerdings mittlerweile behoben. Denn eine andere Technik ermöglichte den spontanen Schwenk von der Förde auf den Naturerlebnisraum, das U-Boot und schließlich über Laboe auf die Innenförde. Wer im Netz www.webcam.marinebund.de anklickt, ist sozusagen sofort live im beweglichen Bilde. Der Vorteil der Webcam gegenüber weniger leistungsstarken Modellen: Um „Live-Spotting- Media“ so gut wie möglich erlebbar zu machen, schaffte man eine professionelle Webcam an, die ein flüssiges, klares Bild hat, schwenk- und programmierbar ist. Das übermittelte Bild wäre auch für TV-Anstalten sofort verfügbar. Dadurch ergeben sich auch viele Möglichkeiten, die Ansichten mit möglichen Werbe-Spots von Sponsoren zu verbinden. All Jene, die auch in der Ferne das Ostseebad nicht missen wollen, können so von zu Hause aus live am Treiben auf der Förde teilhaben. Schiffsliebhaber haben so Gelegenheit, Marineund Handelsschiffe, aber auch Seenotkreuzer und Segelyachten vom heimischen PC aus beim Ein- und Auslaufen zu beobachten. Der Aufstieg im Fahrstuhl oder für die ganz entschlossenen Ehrenmal-Fans über die Treppe ist zwar immer noch das authentischste Erlebnis, per Webcam haben aber jene Gelegenheit zum Live- Schwenkblick, für die der Aufstieg auf das original Ehrenmal zu beschwerlich ist. Ein zusätzlicher „Service“ der erhabenen Live-Schaltung ist aber auch die Übertragung von Niederschlag, Wind und Temperatur von der Wetterstation, die auf dem Dach des Hotels „Admiral Scheer“ installiert ist. Eine ganz besondere Perspektive auf ein Kieler-Woche-Highlight ohne Sichtbehinderung können all jene Nutzer genießen, die während der Windjammer-Parade auf die spezielle Domaine zurückgreifen. Alexander Hub freut sich über den deutlich sichtbaren Erfolg. Denn, so Hub: „Anfänglich hatten wir rund 12.000 Klicks pro Monat, in vier Wochen nach der Aktivierung der Webcam haben sich die Klicks verdoppelt, sind mittlerweile bis auf 34.000 Klicks gestiegen.“ Und weitere Pläne nehmen schon konkrete Formen an. Denn noch in diesem Jahr ist geplant, dass die Hotelgäste des Hotels „Admiral Scheer“ die Laboer Live- Ansichten auch auf ihrem Fernseher im Zimmer genießen können. Die Reaktionen der „Anklicker“ sind durchweg positiv. Jetzt hofft der Marinebund darauf, dass sich insbesondere Sponsoren aus Industrie und Wirtschaft für die Laboer Form des „Live-Spottings“ erwärmen können. Denn die Erhaltung und der Betrieb des Ehrenmals finanziert sich über Spenden, Eintrittsgelder und Mitgliedsbeiträge. Geldgeber, die neue Wege der Werbung beschreiten wollen, können sich bei Alexander Hub unter Telefon 04343-494849-40 melden oder über Fax unter 04343-494849-67. Philine Stoltenberg

Quelle: Probsteier Herold

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