MWSH wurde wieder zum Zankapfel - Verluste höher als erwartet

 

Laboe (pst) Dieses kaufmännische Grundprinzip gilt natürlich auch für die Eintrittspreise in der Meerwasserschwimmhalle (MWSH). Auf wenig Gegenliebe stieß deshalb der Vorschlag der CDU, die Fremdenverkehrsabgabe, die Kurabgabe und den Eintritt für die Schwimmhalle jeweils pauschal um wechselweise zehn oder 20 Prozent zu erhöhen. Aber auch sonst sorgte die MWSH bei der Sitzung des Werkausschusses wieder für heftige Diskussionen zwischen teils verhärteten Fronten. Und wieder zeigte die Diskussion, dass PRO Schwimmhalle und Gemeinde nur noch auf Konfrontationskurs miteinander kommunizieren. Für Zuspruch sorgte schließlich der Antrag der GRÜ- NEN, eine Sonderjahreskarte einzuführen. Und diesen Antrag stellte die Fraktion nicht ohne Hintergedanken. Die Sonderjahreskarte gilt jeweils für ein Jahr, kostet 300 Euro und beinhaltet, das Kinder unter 14 Jahren gratis Zutritt zur Schwimmhalle haben. Vorgesehen ist auch eine Partnerkarte, die 150 Euro kosten soll. Der Hintergrund des Antrags: Die GRÜNEN richten sich mit der Sonderkarte auch direkt an die Mitglieder des Fördervereins und der Genossenschaft und an jene Laboer, die beim Bürgerentscheid ihr Kreuz bei Pro Schwimmhalle gemacht haben. Denn, so Inken Kuhn: „Der Förderverein hat mittlerweile über 600 Mitglieder.“ Sollten sich allein 40 Prozent der angesprochenen Zielgruppe für den Kauf der Sonderjahreskarte entscheiden, wäre der Schwimmhalle finanziell deutlich geholfen. Inken Kuhn: „Wir haben Respekt vor dem Engagement vieler Bürger für den Erhalt der Schwimmhalle.“ Aber eben jene Vertreter von PRO Schwimmhalle müssten einsehen, dass die Gemeinde allein die Kosten für die Schwimmhalle „nicht wuppen“ könne. Kuhn: „Wir sind sicher, dass sie uns nicht im Stich lassen.“ Allerdings hegte die SPD Zweifel am Erfolg der neuen Idee, denn schon die von ihnen eingeführte Sponsorenkarte á 500 Euro hat sich als alles andere als ein Erfolg erwiesen. Die GRÜNEN setzen bei ihrem Vorstoß auf verstärkte Werbung und appellieren hier insbesondere wieder an die Vertreter von PRO Schwimmhalle. Der Antrag wurde angenommen. Bevor es allerdings so weit war, nutzte PRO-Schwimmhallen-Sprecher Christian Matthes die Einwohnerfragestunde, um der Gemeinde in Form von Fragen Vorwürfe zu machen. So suggerierte er, dass die Gemeinde mit einer Info- Veranstaltung zum Thema „Schwimmbad an der Hörn und Schwimmhalle Schilksee“ Stimmung gegen die MWSH machen wolle. Diesen nicht direkt ausgesprochenen Vorwurf wies Walter Riecken weit von sich. Man habe den Vortragenden eingeladen, um aus der Erfahrung mit den beiden anderen Schwimmbädern etwas über den Planungsprozess zu lernen. Riecken: „Es sei denn, Sie sind der Meinung, dass Information schadet.“ Wenig konstruktiv war auch die Frage, warum man PRO Schwimmhalle nicht ausdrücklich zur Info-Veranstaltung bezüglich des Schwimmhallen-Gutachtens am 26. Februar eingeladen habe. Darauf Walter Riecken: „Diese Veranstaltung ist öffentlich. Die Einladung richtet sich also an alle Damen und Herren, die in Laboe wohnen.“ „Was passiert, wenn die AktivRegion die Mittel für das Gutachten nicht genehmigt?“, war da schon eine aufschlussreichere Frage. Bürgermeister Walter Riecken: „Dann wird es kein Gutachten geben.“ Denn nach wie vor ist die Schwimmhalle finanziell ein Fass ohne Boden. Schlechte Nachrichten erbrachte auch der Jahresabschluss 2014. Hatte die Gemeinde mit einem Verlust von 620.000 Euro gerechnet, belief der sich schließlich auf tatsächliche rund 700.000 Euro. Neben den Maßnahmen zur Legionellenbekämpfung, so Riecken, habe man noch einige kleinere weitere Reparaturen finanzieren müssen. Sorgen bereitet der Gemeinde auch der immense Stromverbrauch in der Sauna. Um diese zu senken, sollen sämtliche Saunen nicht mehr gleichzeitig unter „Volldampf“ laufen. Die Gemeinde beabsichtigt außerdem, die Öffnungszeiten weiter zu reduzieren. Eine kuriose Kostensteigerung wiederum entstand durch ein so genanntes „Honigpeeling“. Das erwies sich als derart hartnäckig, dass die Reinigungskosten schließlich stiegen. Also: Künftig gibt es kein Honigpeeling mehr in der Saunalandschaft. Das vergangene Jahr endete mit einer klaren Absage gegen Wirtschaftsplan und vorgelegten Haushalt. Bürgermeister Riecken präsentierte einen neuen Wirtschaftsplan mit Einsparungen von Heizwärme, Strom-, Personal- und Werbekosten, der den Verlust in der MWSH um 32.000 Euro senkt. So könnte der Gesamtverlust von 675.000 auf rund 643.000 Euro gesenkt werden. Wir für Laboe stimmte gegen den Wirtschaftsplan, der allerdings mehrheitlich angenommen wurde. Der pauschale Vorstoß der CDU, manche Kosten um mal zehn, dann wieder 20 Prozent zu steigern, stieß schließlich nur bei den Christdemokraten selbst auf Gegenliebe. Riecken wies darauf hin, dass die Eintrittsgelder für die MWSH in den vergangenen Jahren bereits deutlich erhöht wurden: „Nur weil man die Kosten erhöht, erzielt man noch keine höheren Einnahmen.“ Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Denn auch ohne einen derartigen „Vorstoß“ rechnet man mit sinkenden Besucherzahlen. Positives gab es indes zum Naturerlebnisraum zu berichten. Fördermittel wurden zugesagt, die voraussichtlich Anfang März fließen werden. Die Gemeinde hofft, dass bereits zum Saisonauftakt die neue Beschilderung steht. 

Quelle: Probsteier Herold

 

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