Einsparungen auf Kosten der Attraktivität? - Schwimmhallendebatte in Laboe geht weiter

Bürgermeister Walter Riecken bei einem Rundgang durch die Schwimmhalle. Hier in den 40 Jahre alten Umkleiden, die beim Ausbau als Sondermüll behandelt werden müssen, weil die Bestandteile Asbest enthalten. Foto: Schmidt

Laboe. Die Meerwasserschwimmhalle ist in der Gemeinde Laboe immer wieder ein Diskussionspunkt. Vor allem, wenn es um die Finanzen, wie jüngst den aktuellen Haushalt geht. Unvorhergesehene Reparaturen sorgen immer wieder für Mehrausgaben. Einsparungen sollen nun unter anderem reduzierte Betriebszeiten der Sauna bringen. Doch das trägt nicht zur Attraktivität der Einrichtung bei. Von Astrid Schmidt

„Die Halle ist 42 Jahre alt, und es ist nie eine Sanierung erfolgt“, erklärt Bürgermeister Walter Riecken bei einem Rundgang durch das Hallenbad. Schnell werden die Baustellen sichtbar: Fehlende und gebrochene Türen in den Umkleideräumen, defekte Duschen, Salzkrusten von Leckagen im Technikraum. Eine Forderung von Schwimmhallennutzern ist immer wieder der Umbau der Umkleidekabinen. Denn seit mittlerweile fast zwei Jahren liegen auf dem Bauhof Umkleiden, die in Damp ausgebaut und an die Laboer verkauft worden waren. „Im vergangenen Jahr ist ein Filter ausgefallen, Aktivkohle trat in das Becken aus und musste sehr aufwendig entfernt werden. Das Geld, das für die Umkleideräume geplant war, musste für diese unerwartete, aber notwendige Maßnahme verwendet werden“, erläutert Riecken. „Der Umbau kostet rund 30 000 Euro. Denn die Umkleiden sind asbesthaltig und müssten als Sondermüll entsorgt werden.“ Ebenso wie die Schächte, die unter den einzelnen Schränken für die Belüftung sorgen. Und noch ein Punkt: „Wenn wir 40 Jahre alte Schränke ausbauen, um halb so alte wieder einzubauen, ist das für uns keine Attraktivitätssteigerung“, so Riecken. Noch vor Ort wird er von einem Badegast darauf hingewiesen, dass nur kaltes Wasser aus den Duschen kommt. Er verspricht, das Problem an den Techniker weiterzugeben. Der kenne es bereits und suche nach einer Lösung, heißt es. Vorschläge zur Einsparung, wie das automatische Kassensystem, habe man ausprobiert, es aber als nicht praktikabel wieder ad acta gelegt. „Wir konnten keine Einspareffekte feststellen“. Das alles sei „nur ein Herumdoktern an den Symptomen. „Wir stehen in Konkurrenz zu modernen neuen Bädern, wie dem geplanten Hörnbad oder auch Schilksee, das für sechs Millionen Euro saniert und modernisiert werden soll“, so Riecken. Die Berechnung der Gesamtkosten habe ergeben, dass die Schwimmhalle je Betriebsstunde rund 160 Euro koste. Die Stromkosten allein für die Sauna betragen 28 000 Euro, ein Drittel der Gesamtkosten für Strom. Deshalb habe man sich entschlossen, während der Monate Mai bis September die Sauna nicht zu betreiben. Aus Kostengründen würden eh schon nicht alle vorhandenen Saunen laufen, so Riecken. Das sei kein Beitrag zur Attraktivität, ebenso wie die auf Drängen des Personalrates eingeführte Schließzeit über Mittag. Gleichwohl wolle die Gemeinde die Idee, gemeinsam mit den Umlandgemeinden die Schwimmhallenversorgung für die Region zu sichern, weiterverfolgen. In einem Gutachten sollen sowohl Kosten für eine Modernisierung als auch für einen bedarfsgerechten Neubau ermittelt sowie ein geeignetes Betreibermodell entwickelt werden. Das kann allerdings nicht in Auftrag gegeben werden, solange es keinen verabschiedeten Haushalt gibt. Und noch eines gibt Riecken zu bedenken: „Wir müssen uns positionieren: Wollen wir Wellness oder Schulschwimmen und Sportbetrieb?“

Zum Thema Schwimmbad gibt es eine öffentliche Informationsveranstaltung mit einem Vertreter der Kieler Bäder-GmbH am Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr, in der Cafeteria der Grundschule Laboe

Quelle: Kieler Nachrichten

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