Neue Pläne für den Bürgertreff

Die Arbeiterwohlfahrt im Kreis Plön will im Bürgertreff der Awo in Laboe ein Inklusionscafé einrichten. Dafür allerdings soll ein neues Gebäude gebaut werden. Ortsvorsitzende Heidemarie Kuhn appelliert an die soziale Verantwortung der Gemeinde...

Laboe. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Laboe wünscht sich für das gemeindeeigene Grundstück am Hafen, auf dem derzeit der Bürgertreff steht, einen Erbpachtvertrag. Dort sollen ein Inklusionscafé und zwei Wohnungen für Menschen mit Behinderungen entstehen. Darüber hatten die Gemeindevertreter in ihrer jüngsten Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit beraten – und die Entscheidung vertagt. Von Astrid Schmidt

Die Awo in Laboe betreibt am Hafen seit 1987 den Bürgertreff. Das Gebäude hat sie in Eigenleistungen instandgesetzt. Seniorenkaffee, Lesungen, Spieleabende und Basare werden dort ebenso abgehalten wie private Feiern, für die das Haus gemietet werden kann. Doch das Gebäude ist marode, die Fassade wurde 2012 stellenweise saniert. Rund 100 000 Euro müssten jetzt in eine Sanierung fließen, wie die Ortsvorsitzende Heidemarie Kuhn bei einem Ortstermin mit unserer Zeitung berichtete. Zu viel für Reparaturen, meint die Awo und hat die Idee, an dieser Stelle ein neues Haus zu bauen und in Trägerschaft des Kreisverbandes ein Inklusionscafé einzurichten. Dazu bedarf es allerdings des Erbbauvertrages mit der Gemeinde. Heidemarie Kuhn appellierte an die soziale Verpflichtung der Gemeinde und sprach sich für das Projekt aus, das ein Vorzeigebeispiel bei der Inklusion sein könnte. Dem inhaltlichen Konzept zufolge, das der Awo-Kreisvorsitzende Kai Bellstedt jüngst im Finanzausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, soll ein Neubau mit einem Café entstehen, das von Menschen mit Behinderungen bewirtschaftet wird. Für die finanzielle Tragfähigkeit dieses Projektes soll es in dem Haus zwei Wohnungen im Obergeschoss geben, ebenfalls für Menschen mit Behinderungen. Außerdem sind ein Fahrstuhl und eine Terrasse sowie zwei Parkplätze mit Carport vorgesehen. Heidemarie Kuhn monierte die Haltung einzelner Gemeindevertreter, die das Grundstück, das aufgrund seiner Lage direkt am Hafen als „Filetstück“ gesehen wird, als Stellplatz für den fehlenden Müllcontainerplatz favorisiert hatten. Dies sei ein Zeichen, welchen Stellenwert der sozialen ehrenamtlichen Arbeit eingeräumt werde, so Kuhn weiter. Dabei ist sie überzeugt: „Dieses Projekt würde Laboe gut zu Gesicht stehen.“ Die Vertreter berieten über die vertraglichen Regelungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und vertagten die Entscheidung darüber. Grund: Einige wollten zunächst die Optik des geplanten Gebäudes begutachten und davon eine Entscheidung abhängig machen. Für die Awo ist klar: „Wir wollen ein Haus, das dem jetzigen ähnelt und sich in die benachbarte Bebauung einpasst“, versichert Kuhn. Ob der Verband nun Geld für Architektenleistungen in die Hand nimmt und Zeichnungen in Auftrag gibt, ohne zu wissen, ob die Entscheidung der Gemeinde am Ende positiv ausfällt, soll bis spätestens zur Maisitzung der Gemeindevertreter getroffen sein, erklärte die Ortsvorsitzende.

Quelle: Kieler Nachrichten

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