„Voll voraus“ auf eigene Faust

Das Herzstück des neuen DGzRS-Informationszentrums Schleswig-Holstein in Laboe ist der Schiffsimulator, der Besuchern einen Eindruck von Rettungsmanövern auf hoher See vermittelt. Jörg Ahrend, Leiter des Informationszentrums, enthüllt... Foto: Schmidt

Laboe. Das neue Informationszentrum Schleswig-Holstein der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Laboe hat am Freitag, 20. März, ab 14 Uhr erstmals geöffnet. Das Herzstück ist ein Schiffsimulator, mit dem sich Rettungsmanöver auf See nachempfinden lassen. Von Astrid Schmidt

Von außen sorgt bereits die Optik für Aufmerksamkeit. Überdimensional leuchten Logo und Schriftzug der Seenotretter von weitem an der Klinkerfassade direkt am Laboer Hafen. Wer das neue Gebäude betritt, das in Erweiterung des bestehenden Rettungsschuppens gebaut wurde, wird nicht nur Hinweistafeln und Schiffsmodelle der Seenotrettungskreuzer finden, sondern kann die Arbeit der Retter auf hoher See auch hautnah nachempfinden. Möglich macht dies der Schiffsimulator. Der Korpus, so erläutert Zentrumsleiter Jörg Ahrend, stammt aus dem Trainingszentrum in Bremen. Er wurde mit einer speziellen Spielesoftware für Demonstrationszwecke adaptiert. Besucher können so die ganze Kette vom Eingang des Notrufes über die Alarmierung bis hin zum Auslaufen der entsprechenden Rettungseinheiten und dem Rettungsmanöver erleben. Da gilt es, Ruder zu legen, das Bugstrahlruder einzusetzen, um wendig manövrieren zu können, die Maschine auf „Voll voraus“ zu legen oder zu stoppen und mit dem Tochterboot möglichst schnell am Havaristen zu sein, um Menschen und Boote aus der Gefahr zu retten. Der Blick ist dabei auf den Flachbildschirm an der Wand gerichtet, der die Illusion des Hochseeeinsatzes vermittelt. Neben diesem spektakulären Gerät gibt es ein Küstenkino, das die Seenotretter bei der Arbeit zeigt, und eine Kinderspielecke, in der die Jüngsten mit dem Thema vertraut gemacht werden. Auf eine Entdeckungsreise können sich die Besucher außerdem an der Erlebniswand begeben, an der sich hinter geschlossenen Türen verschiedene Quizaufgaben verstecken. Die Erlebniswand gibt außerdem den Blick auf den alten Rettungsschuppen frei, der weiterhin als Werkstatt sowie Seminar- und Vorführraum genutzt wird. Boote allerdings werden dort nicht mehr gewartet. „Unsere Boote sind dafür längst zu groß, die gehen in die Werft“, so Ahrend. Wenn sich am 20. März die Türen öffnen, stehen Jörg Ahrend, Renate Nannen-Mußmann und Holger Zick den Besuchern vor Ort als Info- Team Rede und Antwort.

Quelle: Kieler Nachrichten

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