AWO-Versammlung: Zukunft des Bürgertreffs erhitzt die Gemüter

Das Gebäude des Bürgertreffs sorgt in Laboe für heftige Diskussionen. Die AWO plant einen Neubau, einige Gemeindevertreter aber einen Standort für Müllcontainer. Fotos Stoltenberg

Laboe (pst) Denn ihr Vorhaben, den alten Bürgertreff gegen einen Neubau mit Inklusionscafe, zwei behindertengerechten Wohnungen und Veranstaltungsraum auszutauschen, stieß zwar bei Walter Riecken, den Grünen und der SPD-Fraktion auf Gegenliebe – die anderen Fraktionen bevorzugen eine profanere Lösung für das Sahnestück am Hafen und wollen es als Standort für Müllcontainer nutzen. Die Zukunft des Bürgertreff- Standortes und die ungenügende Würdigung des Ehrenamtes durch die Kommunalpolitiker waren nur zwei von vielen Themen auf der Jahreshauptversammlung des AWO-Ortsvereins im Bürgertreff am Hafen. „Schon lange haben wir eine mangelnde Würdigung unserer Arbeit beklagt, das änderte sich jetzt zum Teil durch die Verleihung des Bürgerpreises 2014“, sagte die Vorsitzende Heidemarie Kuhn. Denn mit dem wurde insbesondere das unermüdliche Engagement von Urte Pohl gewürdigt. Aber die Freude über den Bürgerpreis währte nur kurz. Denn der AWO-Ortsverein weiß momentan nicht, wie es in Zukunft weitergehen soll. Und das angesichts zahlreicher Aktivitäten und Angebote wie Kaffee- und Bingo-Nachmittage, Schach und Skatabenden, Doppelkopfrunden und Handarbeitsnachmittage. Auch eine Krabbelgruppe ist in Planung genau wie ein gemeinsames Matjesessen, das Herbstfest, das Weihnachtsfest, der Weihnachtsbasar und und  und. Ganz abgesehen vom Angebot, die Räumlichkeiten an Andere zu vermieten. Aber eben diese Räumlichkeiten stehen jetzt zur Diskussion. Ein Gutachten hat erbracht, dass allein in die Erneuerung der äußeren Bereiche rund 100.000 Euro investiert werden müssten. Heidemarie Kuhn: „Diese Summe können wir aus eigenen Mitteln nicht aufbringen.“ Wenn es stark regnet, läuft der Keller schon mal voll. Kurzum: Zusammen mit dem Kreisverband entstanden die Planungen für ein neues Gebäude mit Inklusionscafe, behindertengerechten Wohnungen und Veranstaltungsraum. Die Einwohnerfragestunde hatte Heidemarie Kuhn schon mal genutzt, um einen Appell an Laboes Politiker zu richten. Allerdings wurde das Thema bisher unter Vertragsangelegenheiten in der nichtöffentlichen Sitzung behandelt. Es kristallisierte sich aber heraus, dass abgesehen von SPD, den Grünen und dem Bürgermeister die anderen Fraktionen – und davon gibt es in Laboe ja mehr als genug – eine andere Lösung favorisieren. Kurzum: dass die Situation „sehr schwierig“ ist, bestätigte auch Walter Kreft (SPD). Walter Hansen war Jahre lang AWO-Ortsvereinsvorsitzender: „Es ist kein Neuland für uns, Kämpfe mit den Ortspolitikern zu führen. Kaum ein Gemeindevertreter weiß, was die AWO eigentlich ist und leistet.“ Inken Kuhn machte den Vorschlag, eine Art „Pro Bürgertreff“-Initiative ins Leben zu rufen und das Thema so eindringlich wie möglich ins Dorf zu tragen. Denn auch das Freya-Frahm- Haus wäre keine zufriedenstellende Alternative. Um weiter so arbeiten zu können, braucht der Laboer AWO Ortsverein aber auch neue und vor allem jüngere Mitglieder, die sich mit in den Ortsverein einbringen. Die Wahl eines neuen Schriftführers wurde auf die kommenden Vorstandswahlen verschoben, weil sich keiner bei der Jahreshauptversammlung spontan bereit erklären wollte. Und schließlich standen auch die Ehrungen für besonders verdiente Mitglieder an. Seit 25 Jahren sind Irmtraud Schnadwinkel und Herbert Baer dem Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt treu. Auf 35-jährige Mitgliedschaft können Gertrud Meyburg, Lisa Koppel und Walter Hansen zurück blicken. Und Hermann Fiege wurde für seine 40-jährige Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. 

Quelle: Probsteier Herold

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