Der Königsfisch biss auf der "Rügenland" an

Strahlender Sieger eines fischlastigen Wettbewerbs: Mit seinem 96-Zentimeter-Exemplar wurde Stefan Kunert Dorschkönig bei den 16. Laboer Dorschtagen. Foto Stoltenberg

Laboe (pst) Nein, die Ein-Meter- Marke wurde diesmal nicht erreicht, dafür ging es bei der Vergabe des Königstitels nur um wenige tierische Zentimeter: Insgesamt 150 Hobbyangler waren zu den 16. Dorschtagen in das Ostseebad Laboe gekommen, um einen möglichst kapitalen Fisch aus der Ostsee zu ziehen. Zum ersten Mal wurden die Dorschtage im Festzelt auf dem neuen Veranstaltungsplatz von Laboes drittem stellvertretenden Bürgermeister Hubertus Döttelbeck eröffnet.

 Jeweils am Freitag und am Sonnabend stachen die Angelkutter „Rügenland“, „Wiking“ und „Blauort“ um 8 Uhr in See, um im Idealfall den krönenden Fisch an der Angel zu haben. Um 16.30 Uhr versammelten sich dann viele Neugierige am Hafen, um bei der Vermessung dabei zu sein. Gleich am ersten Tag war der Berliner Wolf-Rüdiger Herzberger auf der „Rügenland“ erfolgreich und wurde mit seinem 93-Zentimeter- Dorsch am Abend prämiert. Herzberger war zum ersten Mal bei den Dorschtagen dabei und holte den Tagessieger „in den letzten“ zehn Minuten aus dem Wasser. Seit mehreren Jahrzehnten ist Herzberger Hobbyangler, jetzt freute er sich, seiner gesamten Familie in der kommenden Zeit Dorsch servieren zu können. Die „Rügenland“ hatte bei den 16. Dorschtagen, was die Fänge betrifft, den Bug eindeutig vorn. Denn die längsten Fische wurden auf ihr geangelt. So auch der Königsfisch, der stattliche 96 Zentimeter lang war. Ansonsten bewegten sich die gefangenen Fische eher im 80er, 60er und leider auch kürzeren Bereich. Ein Hobbyangler zeigte Herz für zwei erfolglos angelnde Jugendliche am Hafen und schenkte ihnen seinen Dorsch, der auch zu den größeren Fängen gehörte. Seine Begründung: „Ich mag eigentlich gar keinen Fisch.“ Und manche Teilnehmer stellten bei der mobilen Fischbude am Hafen fest, dass es keinerlei körperlichen , wohl aber finanziellen Aufwand bedarf, um den Fisch gleich fertig geräuchert am Hafen nicht zu fangen – aber in Empfang zu nehmen. Währenddessen konnten die Besucher einiges über das Angeln erfahren oder sich an den unterschiedlichen Buden mit vielen Leckereien stärken. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, Anglern am Strand zuzusehen. Für die kleinen Gäste der Dorschtage war mit Kinderschminken gesorgt. Beim Open Ship hatten die Besucher Gelegenheit, den Seenotkreuzer „Berlin“ in Augenschein zu nehmen – bis er zu einem Einsatz auslaufen musste. Am Sonnabend war es schließlich soweit. Und alle, die bei der zweiten Messung dabei waren, machten sich schnell einen Reim darauf, wer wohl der diesjährige Dorschkönig ist. Der heißt Stefan Kunert und reiste mit einer großen bayerischen Teilnehmergruppe an, die teilweise in Krachledernen durch das Ostseebad flanierten. Sein Dorsch war stolze 96 Zentimeter lang. Kunert hat sich schon öfter an den Dorschtagen beteiligt, wurde aber noch nie Dorschkönig. Beim Königsball wurden auch die anderen erfolgreichen Teilnehmer verkündet. Dorschkönigin wurde Christine Schwabe von der „Rügenland“ mit einem 68 Zentimeter großen Exemplar. Besonders erfolgreich bei den Jugendlichen war Marvin Miller mit einem 82 Zentimeter langen Dorsch („Blauort“). Prinzessin wurde Brigitte Torresin mit einem 67 Zentimeter- Exemplar auf der „Rügenland“. Als Mannschaft erfolgreich waren Karl-Heinz Baumgart, Roland Gutjahr, Steffen Rudert, Christine Schwabe, Olaf Stoltenberg und Susanne Wendenburg („Blauort“). Der Sonntag klang schließlich mit einem Frühschoppen, Kaffee und Kuchen und maritimen Klängen vom Shantychor. 

Quelle: Probsteier Herold

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