Laboe will Neuwahl ohne Kampf

Ulrike Mordhorst (SPD) und Beeke Schöneich-Beyer (LWG, Foto unten) stehen für das Amt der ehrenamtlichen Bürgermeisterin in Laboe bereit. Fotos Schmidt

 

Laboe Die Zeit der Sprachlosigkeit in Laboe nach dem Tod von Bürgermeister Walter Riecken ist vorüber. In einem Gespräch am Dienstag haben sich die Fraktionsvorsitzenden und stellvertretenden Bürgermeister mehrheitlich darauf verständigt, den eingeschlagenen Weg mit einem ehrenamtlichen Bürgermeister fortzusetzen. Genannt wurden auch zwei Kandidatinnen, die sich für dieses Amt zur Verfügung stellen: Ulrike Mordhorst (SPD) und Beeke Schön-eich-Beyer (LWG), beide erfahrene Kommunalpolitikerinnen, bestätigten auf KN-Nachfrage ihre Bereitschaft.  

Eines schickten alle Beteiligten, einschließlich der stellvertretenden Bürgermeisterin Wiebke Eschenlauer, vorweg: „Wir wollen einen eindeutigen Kandidaten und keine Kampfabstimmung. Wir suchen jetzt nach Mehrheiten in den Fraktionen und werden sehen, welche Kandidatin sich zur Wahl stellen wird.“ Keiner sehe Anlass zu Hektik, jetzt gehe es um das Ausloten von Mehrheiten, erklärte Ulrike Mordhorst. Sie sei bereit, Verantwortung für ihren Ort zu übernehmen, wie sie es in der Vergangenheit immer wieder gezeigt habe, sagte sie. Seit 2004 arbeitet sie für die SPD in der Gemeindevertretung, war durchgängig Fraktionsvorsitzende und zeitweise Vorsitzende des Finanzausschusses. Bereits 2008 hatte sie ihren Hut in den Ring geworfen, war dann durch überraschende Mehrheiten auf der Gegenseite gescheitert. Die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation arbeitet in Teilzeit als Verwaltungsangestellte. Eines ist der 55-Jährigen besonders wichtig: „Ich möchte im Sinne Walter Rieckens ohne persönliche Eitelkeiten an der Sache arbeiten. Das habe ich von ihm mitgenommen, und das hätte er sich gewünscht“, so Mordhorst.  Walter Rieckens eingeschlagener Weg und das Verantwortungsgefühl für Laboe sind auch ein Antrieb für Beeke Schöneich-Beyer. „Ich möchte vor allem Ruhe in den Ort bringen und angesichts der Parteienvielfalt bin ich dafür die Richtige“, sagte die 52-Jährige. Sie sei deshalb von der Laboer Wählergemeinschaft sehr ermutigt worden, sich zur Wahl zu stellen. Seit 1997 arbeitet Beeke Schöneich-Beyer in der Gemeindevertretung. Sie war viele Jahre lang Vorsitzende des Bauausschusses und punktete mit umfassender Vorbereitung von Entscheidungen und Ausgeglichenheit. Sie bedauere den Tod Walter Rieckens sehr. „Er war perfekt für das Amt und für Laboe“, sagte Schön-eich-Beyer. Sie sei bereit, sich zur Wahl zu stellen, „damit es weitergeht“. Die studierte Hochbauingenieurin arbeitet als selbstständige Seniorenassistentin, sieht aber neben dieser Aufgabe reichlich Raum für das Bürgermeisteramt. „Das wird nicht einfach, und wir werden viel Hilfe brauchen vom Amt und vom Assistenten des Werkleiters“, erklärte Schöneich-Beyer. Dennoch sei sie bereit, sich für ihren Ort und seine Entwicklung an vorderster Stelle einzubringen.  Wie die stellvertretende Bürgermeisterin Wiebke Eschenlauer erklärte, gebe es am nächsten Dienstag erneut eine Zusammenkunft der Fraktionsspitzen. Ob in der nächsten regulären Sitzung der Gemeindevertreter am 6. Mai allerdings bereits gewählt werde, sei noch unklar. „Wir haben fünf Monate Zeit, uns drängt niemand. Wir wollen vor allem gut vorbereitet und mit Ruhe an die Wahl gehen“, so Eschenlauer. Doch nicht alle politischen Kräfte sind für den Erhalt des Ehrenamtes. Die Fraktion „Wir für Laboe“ beantragt die Rückkehr zum Hauptamt. Dies scheint gemeinsam mit den anderen Fraktionen allerdings keine Mehrheit zu finden.   Von Astrid Schmidt   

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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