Ein Zeichen für die Völkerverständigung

Bevor es auf seinen endgültigen „Liegeplatz“ in der neuen Vitrine befördert wurde, konnte das Modell der „Prinz Eugen“ noch einmal völlig unverglast bestaunt werden. Foto Stoltenberg

Laboe (pst) Es war ein besonderer „Stapellauf“ im Miniaturformat: Denn der schwere Kreuzer „Prinz Eugen“, der als Original eine besondere Beständigkeit bewiesen hatte, litt als Modell im Außenbereich des Laboer Ehrenmals unter den schwierigen Wetterbedingungen. Zuletzt kam das Vorgänger-Modell laut Karl Heid, Präsident des Deutschen Marinebundes, „dem jetzigen Zustand der Prinz Eugen sehr nah.“ Denn die liegt in seichtem Wasser im Südpazifik. In einer Feierstunde am vergangenen Freitagvormittag übergab Bernd Brandes, Vorsitzender des Vereins „Frieden durch Verstehen“ ein neues Modell der „Prinz Eugen“ den Laboer Mitgliedern des Deutschen Marinebundes. Das Modell soll Zeichen für die Völkerverständigung setzen.
Das originalgetreue Modell war aber nur ein Teil des „Projektes Prinz Eugen“ des Vereins. Als schwerer Kreuzer hat die „Prinz Eugen“ ein sehr wechselhaftes Schicksal hinter sich. 1938 in Kiel vom Stapel gelaufen, dauerte es noch zwei Jahre, bis sie endgültig ausgestattet worden war. Danach überstand sie eine Kriegsbegegnung mit dem Schlachtkreuzer „Hood“ und der „Prince of Wales“ relativ unbeschadet. Im Gegensatz zur „Hood“. Nach der Kapitulation überführten die Amerikaner die „Prinz Eugen“ in den Südpazifik, wo sie für Atombombenversuche im Bikini-Atoll verwendet wurde. Auch die überstand sie, bevor der schwere Kreuzer schließlich 1946 am Kwajalein-Atoll kenterte. Dort liegt sie heute noch in relativ seichtem Wasser. Aber das Vorgänger- Modell am Marine-Ehrenmal konnte den Witterungsverhältnissen schließlich nicht mehr trotzen und zeigte schließlich deutliche Schäden. Also entschloss sich Bernd Brandes zusammen mit seiner Frau Karin, den Laboern im Namen des Vereins eine besondere Spende zu übergeben. Denn nicht nur das Modell der „Prinz Eugen“ ist nagelneu, auch die klimaregulierte Vitrine sorgt dafür, dass der verkleinerte schwere Kreuzer künftig nicht in schwere Fahrwasser steuert. Der Verein „Frieden durch Verstehen“ hat es sich zum Ziel gesetzt, die Vorurteile unter den Völkern abzubauen, Gemeinsamkeiten zu entwickeln und die Erkenntnis zu schaffen, dass nur durch gegenseitiges Verständnis der Frieden gesichert werden kann. Bernd Brandes hat sich intensiv mit der Geschichte der „Prinz Eugen“ beschäftigt und hat sich vor Ort in insgesamt acht Tauchgängen einen Überblick über den noch erstaunlich guten Zustand des Wracks gemacht. Darüber hat er ein Buch geschrieben. Auch Dr. Jan Witt, Historiker des Deutschen Marinebundes, nahm an der Zeremonie teil, um die Besucher über die Geschichte des schweren Kreuzers zu informieren. Aber nicht nur das Modell der „Prinz Eugen“ gibt einen Einblick in die Vergangenheit des Schiffes – seit 1978 wird auch eine der riesigen drei Schiffsschrauben im Schatten des Ehrenmals ausgestellt.
Quelle: Probsteier Herold

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