Laboer Orgelsommer: Das Gute siegt über das Böse

Kantor Eckard Broxtermann präsentiert ein prall gefülltes Programm für den Laboer Orgelsommer 2015. Foto:Astrid Schmidt

 

Das Böse ist in diesem Jahr das Motto des Laboer Orgelsommers. Zum fünften Mal präsentiert Eckard Broxtermann in der Anker-Gottes-Kirche Laboe diese Konzertreihe. Sie wird am Sonntag, 31. Mai, um 18.10 Uhr, mit einem Vivaldi-Konzert der mittlerweile 65-köpfigen Kantorei eröffnet. Bis zum 29. August gibt es dann Schlag auf Schlag wöchentlich Konzerte rund um die Orgel. „Wo es einen gütigen Gott gibt, muss es auch das Böse geben“, meint Broxtermann und verweist auf die Bibel. Er hat das Programm passend zum Motto zusammengestellt, das am Ende natürlich immer wieder den Sieg vom Guten über das Böse widerspiegelt. So wird es beispielsweise am 1. Juli einen Abend mit Orgel und Krimi geben. Der Journalist und Autor Till Raehter liest dann aus seinem gerade erst erschienenen Kriminalroman und Broxtermann wird ihn an der Orgel begleiten. Unter dem Stichwort Orgelmusik für Kinder gibt es am 9. Juli das Stück Peter und der Wolf. Die Geschichte von Sergej Prokofjew, die eigentlich für ein Orchester komponiert ist, wurde für die Orgel bearbeitet. Maike Enterich, die bereits in den Vorjahren gemeinsam mit Broxtermann mitgewirkt hat, erzählt die Geschichte. Neu in diesem Jahr: Orgel und Plattdeutsch. Der Laboer Joachim Schuldt wird nicht, wie vielleicht erwartet, seine eigenen Döntjes zum besten geben, sondern interpretiert und liest aus den Werken des schleswig-holsteinischen Dichters Boy Lornsen. Am 19. August können Besucher eine Kombination aus Orgel und Stummfilm genießen. Höhepunkt ist für den Organisator das Abschlusskonzert in Form der Night of the Proms, dessen Gäste Broxtermann noch nicht verraten will. Auf eine Märchennacht können sich Alt und Jung am 17. Juli freuen. Eine Veranstaltung ist schon seit vielen Jahren ein Ritual für Laboer und Urlaubsgäste gleichermaßen: die Orgelmatinee, ab 2. Juni jeden Dienstag ab 11 Uhr. „Viele Menschen kommen immer wieder, und es ist schon zu einem festen Treffpunkt geworden“, berichtet Broxtermann. Zwischen 60 und 90 Zuhörer begrüßt er zu diesen 30-minütigen Orgelkonzerten, die jeweils von Gastmusikern gegeben werden. Broxtermann selbst genießt dann die Orgel auch einmal von der Zuhörerbank, wie er berichtet. Über 3500 Besucher kamen im vergangenen Jahr zum Orgelsommer, weniger würden es wohl auch in diesem Jahr nicht, ist Broxtermann überzeugt. Eines betont der Organisator, der bereits den Orgelsommer 2016 vorbereitet: Alle Veranstaltungen sind kostenlos, jeder gibt am Ende das, was er kann. Die Kollekte kommt der Kirchenmusik zugute. Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass der Kredit für die Orgel, die seit zehn Jahren in der Anker-Gottes-Kirche für musikalischen Hochgenuss sorgt, eineinhalb Jahre früher abbezahlt werden konnte. „Es spielt sich auch schöner auf einer bezahlten Orgel“, verrät Broxtermann. asc

Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

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