Rot-grüne Einigkeit

Wilhelm Kuhn(SPD) und Tochter Inken (Grüne) machen in verschiedenen Fraktionen Ortspolitik in Laboe. Foto:Astrid Schmidt

Laboe. Ortspolitik am Familientisch? Bei Inken und Wilhelm Kuhn ist das keine Seltenheit. Dabei macht sie grüne, er rote Kommunalpolitik im Ostseebad. Eine Konstellation, die in den eigenen Fraktionen nicht unumstritten ist. Dennoch sind sich Tochter und Vater einig: „Wir wollen etwas für unseren Ort tun.“Sie sehen sich fast täglich zum gemeinsamen Essen. Klarer Fall, dass dann auch stets Laboer Ortsentwicklung mit auf dem Speiseplan steht. Schwimmhalle, Bürgermeiseramt, Hafenumfeld – Reizthemen für die Laboer. „Es wird auch schon mal die eine oder andere Entscheidung kontrovers diskutiert, aber das wirkt sich nicht auf unser Familienverhältnis aus“, erklärt Inken Kuhn. Im Gegenteil. Das Austauschen von Argumenten bereichere auch die Sichtweise, meinte die 44-Jährige.Sie wusste, worauf sie sich einließ, als sie im Mai 2013 den Vorsitz der zahlenmäßig stärksten Fraktion übernahm. Kannte sie doch ehrenamtliche SPD-Ortspolitik seit Kindesbeinen. Klar war für die Agrarökologin von Anfang an, dass ihre politische Ausrichtung grün und nicht rot sein würde. „Die SPD ist der Prototyp, die Grünen sind die Weiterentwicklung“, sagt sie ein wenig ketzerisch. Doch Vater Wilhelm nimmt es gelassen und räumt ein: „Der Weg unserer beiden Fraktionen ist ja so unterschiedlich nicht.“Gleichwohl, so berichtet Wilhelm Kuhn, habe es zu Beginn der gemeinsamen Aktivität Vorwürfe aus der eigenen Fraktion gegeben, dass er die Grünen zu sehr puschen wolle. Auch die Grünen sahen die SPD-Nähe ihrer Fraktionsvorsitzenden mit Argwohn. Doch das habe sich mit der Zeit gelegt.Dennoch gibt es Grenzen: Wo Solidarität mit der eigenen Partei und Fraktion gefragt ist, stehen die Familienbande zurück. asc

 

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