Vom Zivi zum Elitesoldaten der Minentaucher

Karl Heid vom Marinebund gratulierte Obermaat Christian Prange zur Bootsmannsmaatenpfeife. An der Ehrung nahmen auch der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels (rechts) und Schulkommandeur Kapitän zur See Thomas Schütze (Zweiter von links) teil. Foto: Frank B

Laboe. Was soll man nach der Schule machen? Diese Frage stellte sich Christian Prange in seiner Heimatstadt bei Hannover. „Ich wusste nur eines: Ich wollte nicht zu den Panzergrenadieren. Deshalb habe mich für den Zivildienst entschieden. Das schien mir damals der einzige Weg“, erzählte der 24-jährige Soldat gestern in Laboe. Wenige Minuten vorher hatte ihm der Präsident des Deutschen Marinebundes die Bootsmannsmaatenpfeife um den Hals gehängt. Die Auszeichnung bekam der ehemalige Wehrdienstverweigerer für außergewöhnliche Leistungen bei der Ausbildung zum Bootsmann 2014. Prange war der beste Lehrgangsteilnehmer des Jahrgangs 2014 an der Marineunteroffizierschule in Plön. Inzwischen gehört er zum elitären Kreis der Minentaucher der deutschen Marine, den seit Einrichtung dieser Truppe nicht einmal 1000 Soldaten erreicht haben.Der Weg vom Wehrdienstverweigerer zum Elitesoldaten verlief für Prange über Umwege. „Zunächst habe ich meinen Zivildienst in einer Rehaklinik abgeleistet. Danach wollte ich Meeresbiologe werden und in Göttingen studieren“, schildert der junge Soldat. Bei der Suche nach einem Studienplatz entdeckte er das Tauchen. „Bei einem Urlaub in Ägypten gab mir ein Tauchlehrer den Tipp, dass ich durchaus Potenzial für das Tauchen habe“, sagte er. Auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive geriet Prange dann an einen Praktikumsplatz bei der Marine in Eckernförde. „Das hat mir sofort zugesagt“, erklärt der selbstbewusste Soldat. Wenig später unterschrieb er für zwölf Jahre Dienstzeit und begann die Ausbildung zum Minentaucher. „Das war eine sehr harte Ausbildung. Wir waren am Anfang 14 Teilnehmer. Am Ende waren nur drei übrig“, so Prange. Der Niedersachse zog nach Eckernförde und drückte weiter die Schulbank. Im Sommer 2014 ging es zur Bootsmannsausbildung nach Plön. An der Marineunteroffizierschule begann der militärische und fachliche Teil der Ausbildung zum Vorgesetzten. Und auch hier glänzte Prange: Von 118 Teilnehmern der Ausbildung schnitt er mit der besten Note ab. „Es war die hohe Einsatzbereitschaft, die sichtbare Freude an der Auftragserfüllung und das natürliche Talent zur zeitgemäßen Menschenführung“, lobte Oberstabsbootsmann Michael Rochel, der dienstälteste Bootsmann an der Schule. Und auch der Schulkommandeur, Kapitän zur See Thomas Schütze, war voll des Lobes: „Vorbildliche Disziplin, Intelligenz und Führungsqualitäten haben ihn ausgezeichnet“, so Schulze. Der Vorsitzende des Marinebundes, Karl Heid, verlieh den Preis in Form einer Bootsmannsmaatenpfeife. Prange ist der 14. Träger dieser Ehrung, die der Marinebund alljährlich stiftet. Jetzt muss Prange nur noch auf den 1. Januar warten. Dann ist er drei Jahre bei der Marine und darf auch endlich vom Obermaaten zum Bootsmann befördert werden.

Quelle: Kieler Nachrichten

Zurück