30 Jahre "Berlin": Mit "Steppke" ein Team für alle See-Notfälle

Sie ist ein schwimmendes Wahrzeichen des Ostseebades Laboe: Jetzt wurde der 30. Geburtstag der „Berlin“ gefeiert. Fotos Stoltenberg

Laboe (pst) Es war ein ganz besonderer Geburtstag, auch wenn er eher im bescheidenen Rahmen gefeiert wurde. Vor 30 Jahren wurde der Seenotkreuzer „Berlin“ in Bremen gebaut und ist seitdem mit Tochterboot „Steppke“ eines der Wahrzeichen von Laboe. Rund 150 Mal pro Jahr rückt die „Berlin“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aus, um Menschen aus Seenot zu retten oder technische Hilfe zu leisten. Das Einsatzgebiet der „Berlin“ und Seenotrettungsbooten der DGzRS ist einer der Bereiche mit den meisten Einsätzen. Jetzt wurde mit Open Ship und anderen Aktionen gefeiert. Am 29. Mai 1985 wurde die „Berlin“ im Beisein vom damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker getauft und damit in Dienst gestellt. Zu Ehren der Stadt „Berlin“ erhielt der Seenotkreuzer der 27.5 Meter – Klasse (Berlin - Klasse) seinen Namen. Das Tochterboot „Steppke“ wurde passend zum Namen so getauft, weil „Steppke“ im Berliner Dialekt einen kleinen, quirligen Jungen bezeichnet. Die „Berlin“ wurde in Bremen gebaut, ihr späterer und jetziger Heimathafen ist Laboe. Auch hier ist die Mannschaft jeweils im zwei Wochen-Törn, rund um die Uhr im Einsatz, um in See- Notfällen zur Stelle zu sein. An ihrem 30. Geburtstag konnte die „Berlin“ an ihrem Liegeplatz beim Open Ship in Augenschein genommen werden. Dabei konnten sich Besucher über das Leben an Bord und die technische Ausstattung informieren. Mannschaftsmit- glieder und Freiwillige standen den Geburtstagsgästen Rede und Antwort. Außerdem konnten die „Gratulanten“ wieder Aufkleber und Ansichtskarten mit nach Hause nehmen. Wichtig war bei der Gelegenheit auch, neue Förderer zu werben. Denn die DGzRS finanziert sich über Spenden. Neu gewonnene Förderer hatten Gelegenheit, für eine kurze „Spritztour“ mit der Jubilarin in See zu stechen. Die DGzRS hat in diesem Jahr einige Gründe, zu feiern. Gerade wurde das Infozentrum Schleswig – Holstein am Rettungsschuppen eingeweiht. Die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger feierte im großen Rahmen in Bremen ihr 150-jähriges Bestehen. Und auch in diesem Jahr wird es wieder den „Tag der Seenotretter“ geben, der an den Stationen mit vielen Aktionen gefeiert wird. Das Jubiläum war auch Anlass, um einen neuen Kreuzer zu taufen. Der ist 28 Meter lang und baugleich mit jenem Kreuzer, der die „Berlin“ im Jahr 2017 in Laboe ablösen wird. Ein Name für den Neubau steht noch nicht fest, allerdings würden nicht nur Laboer den Namen „Berlin“ favorisieren. Wer mehr über die Arbeit der Seenotretter wissen möchte, sollte den Filmvortrag von Rolf Wannags am Montag, 15. Juni im Infozentrum besuchen. Ab 18.30 Uhr berichtet Wannags, ehrenamtlicher Mitarbeiter von einer spektakulären Aktion, bei der ein Angler südlich von Fehmarn aus Seenot gerettet wurde. Im Anschluss haben Besucher Gelegenheit, die „Berlin“ an ihrem Liegeplatz zu besichtigen.

 

Quelle: Probsteier Herold

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