Initiative wünscht sich einen "Bürgerpark"

Die Anwohner in der Teichstraße machen ihrem Unmut über die geplante zweite Zufahrt auf Transparenten Luft. (Fotos: Stoltenberg)

„Die Teichstraße muss Sackgasse bleiben“ steht auf nur einem von mehreren Transparenten, die die Bürgerinitiative der Anwohner mittlerweile aufgehängt hat. Grund für den Protest war die vergangene Sitzung des Bauausschusses. Der hatte zwar nicht einstimmig, aber doch beschlossen, dass eine Bauzufahrt für das geplante Neubaugebiet über das Grundstück Teichstraße 22 geführt werden könnte – vorausgesetzt ein Fachgutachten würde grünes Licht für das Vorhaben geben.[nbsp]Für die Bewohner von Teichstraße und Ostlandstraße ist eine derartige zweite Zufahrt nicht akzeptabel. Jetzt wagten sie einen ganz neuen Vorstoß und schlugen vor, statt des geplanten Neubaugebiets einen „Bürgerpark“ anzulegen. Die Wut der betroffenen Anwohner wurzelt auch in einer Bürgerversammlung im Jahr 1975, die ein vergleichbares Thema beinhaltete und schließlich in ein Debakel mündete. Das Schreiben der besorgten Anwohner richtet sich an Laboes Bürgermeisterin, die Gemeindevertreter und die Vertreter der Laboer Fraktionen. Als eine Alternative zur geplanten Bebauung schlägt die Bürgerinitiative die Einrichtung eines „Bürger-, Landschafts- und Naturparks vor. So könnte man einen Fußgängerrundweg anlegen, bei dem schließlich auch die alten Bauernhäuser eine tragende Rolle spielen könnten. Möglich wäre es auch, seltene Schafs- oder Rinderrassen im Bürgerpark unterzubringen und einen Streichelzoo für die kleinen Besucher. Mit der Uni Kiel könne man über die Einrichtung eines kleinen botanischen Gartens sprechen, außerdem könnte ein Teilbereich auch gastronomisch bewirtschaftet werden. Zur Finanzierung des Projektes, so ein Vorschlag, könnten EU-Mittel eingefordert werden. Außerdem könne man Naturschutzorganisationen interessieren. Für die Bewirtschaftung würden sich Patenschaften für Bäume und Tiere empfehlen. Was sich für manch einen jüngeren Laboer anhören muss wie die schöne neue Welt im Oberdorf, hat gerade für ältere Anwohner einen ernsten Hintergrund. Bei der oben genannten Bürgerversammlung vor 40 Jahren mussten sich die Bewohner anhören, dass eine Zufahrt schon deshalb nicht über eines der Investorengrundstücke geführt werden könnte, weil der betroffene Besitzer „sich keinen Autolärm vor dem Haus“ wünschte. Von einer Zustimmung zur Enteignung war da schließlich die Rede und der zuständige Architekt verließ schließlich erbost die Versammlung. 2015 befürchten die Anwohner eine Neuauflage der damaligen Erlebnisse. So argumentiert die Initiative, dass es „nicht Sache der Allgemeinheit sein kann, alle negativen Eigenschaften eines Baugebietes auf sich zu nehmen.“ Außerdem befürchten die betroffenen Anwohner, dass man „obendrein noch eventuell für zerstörte Leitungen und Wege zur Kasse gebeten werde“. Für die Gemeinde, so der weitere Wortlaut, „sei es ein Rechenexempel, ob die Einnahmen aus einem Mehr an 50 Familien die zusätzlichen Kosten der Verwaltung und des Bauhofes decken könnten“. Das Neubauprojekt im Jahre 1975 führte dann auch zu einem eher ernüchternden Ergebnis: Der Investor musste Insolvenz anmelden, statt geplanter Einfamilienhäuser entstanden auf der Fläche, Zitat: „Mehrere hässliche Mehrfamilienhäuser“  

Quelle: Probsteier Herold

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