Mit gelben Stühlen gegen Fracking

Viele fleißige Hände sorgen dafür, dass der Wunsch "Kein Platz für Fracking" demnächst auch symbolträchtig an den Straßenrändern zu sehen ist. (Foto: Andrea Seliger)

Die Probstei ist „Kein Platz für Fracking“ – das soll in den Tagen vor der Entscheidung im Bundestag zum Thema noch einmal ganz deutlich gemacht werden. Dazu hat die Gruppe Frackingfreie Probstei am Sonntag symbolisch Stühle ohne Sitzfläche gestaltet und gelb angemalt. Sie werden demnächst in Vorgärten und an Hauptstraßen zu sehen sein.  „Wir wollen am liebsten, dass die Methode in Deutschland komplett verboten wird“, sagt Jutta Walter von der Gruppe Frackingfreie Probstei. Denn der aktuelle Gesetzesentwurf, für den im Bundestag Anfang Juli die zweite und dritte Lesung ansteht, werde einen Einsatz in der Probstei nicht verhindern. Darin werde lediglich die Ausbeutung von Schiefergas oberhalb 3000 Metern per Fracking verboten. Im „Feld Prasdorf“, das sich bis zur Kieler Förde hinzieht, und für das sich die kanadische Firma PRD Energy vor zwei Jahren die sogenannte Bewilligungserlaubnis gesichert hat, geht es jedoch um das restliche Öl im Boden.  Um auf die Entscheidung in Berlin aufmerksam zu machen, setzt die Gruppe nun auf optisch wirksamen Protest – der per Foto auch in Berlin ankommen soll. Die Idee dazu stamme von Initiativen im Hamburger Raum und aus Niedersachsen, berichtet Jutta Walter. An den Hauptstraßen sollen große, weithin sichtbare Stühle aufgestellt werden, mehrere Landwirte haben sich bereits bereiterklärt, dafür Flächen zur Verfügung zu stellen. Der erste soll am Donnerstag, 25. Juni, gegen 10 Uhr in Wisch platziert werden. Jeder einzelne könne außerdem mit einem gelben Stuhl im Garten seinen eigenen „Claim“ abstecken – Nachahmer sind erwünscht. Das nächste Treffen der Gruppe ist übrigens am Donnerstag, 9. Juli, ab 19 Uhr im Lutterbeker. Neben dem Feld Prasdorf sind im Kreis Plön noch drei weitere Bewilligungserlaubnisse vergeben, diese hält die RWE Dea. Aus wirtschaftlichen Gründen hatten sowohl die RWE Dea als auch die PRD Energy angekündigt, ihre Ölförderpläne auf Eis zu legen: Zum einen sei der Ölpreis gesunken, zum anderen habe die Landesregierung den Förderzins erhöht. Das Misstrauen, die Konzerne könnten bei steigendem Ölpreis, ihre Förderpläne wieder aufnehmen und dann auch Fracking nutzen, hält sich jedoch.  Wie man dies verhindern kann, wird auf mehreren Ebenen diskutiert. Zurzeit herrscht in Schleswig-Holstein ein Fracking-Moratorium, in Niedersachsen wird die Technologie bereits angewendet.  

Quelle: Kieler Nachrichten

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