Externe Eigenwerbung beim 1:11 in Laboe

Störche-Neuzugang Evans-Owusu Nyargo ist am Sonnabend beim 11:1 einen Schritt schneller als sein Laboer Gegenspieler Steven Kühl. Foto Hermann

 

LABOE. Spielfreude und Torhunger, externe Eigenwerbung und internes Kennenlernen – unter diesen vier Oberbegriffen stand beim Fußball- Drittligisten Holstein Kiel das erste Wochenende der Vorbereitung auf das neue Spieljahr. Standesgemäß mit 11:1 (4:1) gewannen die Störche am Sonnabend ihr erstes Testspiel beim Verbandsligisten VfR Laboe. 979 Zuschauer im Stadion „Am Stosch“ mussten nur knapp 120 Sekunden warten, ehe der technisch beschlagene Fabian Schnellhardt die Störche in Führung schoss. Umso größer dann die Überraschung, als Laboes Nummer 14, Pascal „Party“ Puls, in der 14. Minute mit einem knackigen Direktschuss den Ausgleich für das wacker und fast durchgängig fair kämpfende Sechstliga- Team von Coach Daniel Lechte besorgte. Am Abend wollte Puls seine „Heldentat“ feiern, seinem Spitznamen auf der Kieler Woche alle Ehre machen. Die Profis kombinierten trotz einer morgendlichen Trainingseinheit am Nachmittag durchaus sehenswert, die Show indes stahl ihnen Rene Reinke, der zum besten Mann auf dem Feld avancierte. Gleich zwölf Glanzparaden zeigte der VfR-Keeper. Bei seiner Auswechslung klatschten selbst jene gut 100 Fans unter den Holstein-Anhängern, die mit zwei Fähren angereist waren. Und der gleichfalls begeisterte Stadionsprecher griff sogar ganz tief in die verbale Trickkiste: „Wir bedanken uns bei dem Roll’s Royce unter den Torhütern.“ Störche-Cheftrainer Karsten Neitzel adelte im Flachs die Laboer Nummer 30, die schon vor zehn Jahren beim damaligen 13:0-Sieg der Kieler zwischen den VfR-Pfosten gestanden hatte: „Vielleicht sollten wir ihn als dritten Torwart bei uns unter Vertrag nehmen.“ Der für diese Position vorgesehene Bernd Schipmann, in den vergangenen Tagen auf Herz und Nieren getestet, war zu diesem Zeitpunkt bereits gen Heimat abgefahren. Eine Entscheidung über eine Verpflichtung des 21-jährigen Noch-Schalkers soll laut Holsteins Sportlichen Leiter Ralf Heskamp Anfang der kommenden Woche fallen. Dass in Durchgang eins Marlon Krause und nach dem Seitenwechsel Maik Kegel die nach dem Wechsel von Rafael Kazior zu Werder Bremen II verwaiste Kapitänsbinde des Drittligisten trugen, wollte Neitzel nicht überbewerten: „Das hätte auch fast jeder andere im Kader sein können.“ Die Wahl des Spielführers indes mag der 47-Jährige im Gegensatz zu seinen beiden ersten Amtsjahren an der Förde nicht dem Zufall überlassen. Er will den neuen Mannschaftsrat bestimmen, aus dem sich dann der „Capitano“ rekrutieren soll. Diese Vorgehensweise sei der Tatsache geschuldet, dass das mit acht Neuzugängen umgekrempelte KSV-Aufgebot nach dem dritten Platz der Vorsaison vor einer neuen sportlichen Situation stehe, zu deren erfolgreichen Bewältigung er sich auf seine künftigen Leit- Störche „zu 100 Prozent verlassen können muss“. Während der VfR Laboe ein Trainingslager auf Helgoland geplant hat, werden sich die Kieler ausschließlich in heimischen Gefilden auf die 38-teilige Mammutserie einstimmen. „Wir haben in Projensdorf im Sommer fast perfekte Bedingungen. Jede Trainingseinheit sowie jedes Testspiel sind für uns teambildende Maßnahmen. Und wir machen noch ein paar andere Dinge, die den Mannschaftsgeist fördern sollen“, so Neitzel. Wie gestern, als sich die Störche mit Freunden und Familien in Möllhagen zum Fußball-Golf und Swin-Golf mit anschließendem Grillen trafen. Von Andreas Geidel

Quelle: Kieler Nachrichten

 

 

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