Erste Proteste gegen zweite Zufahrt

Peter und Karin Böge sowie Hartmut Kroker und Hans-Peter Butz gehören zum Arbeitskreis von Bürgern und Anliegern der Teichstraße. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Die Bebauung der Hofkoppeln hinter der Kirche in Laboe sorgt weiter für Unruhe im Dorf. Jetzt sind die Anwohner der Teichstraße in Sorge, dass durch ihre Straße, die derzeit als wassergebundene Sackgasse für den reinen Anliegerverkehr ausgelegt sei, zur zweiten Zufahrt für das geplante Neubaugebiet mit rund 50 Einheiten werden könnte. Seit einigen Jahren wollen die Eigentümer des Arpschen und des Grammerstorfschen Hofes sowie von Wieses Hof ihre Koppeln zu Bauland machen und verkaufen. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde einen Antrag auf einen Bebauungsplan abgelehnt, weil die Zufahrt lediglich über die Ostlandstraße geplant war. Das führte zu massiven Protesten und wurde von allen politischen Kräften abgelehnt. Der Investor wurde informiert, dass es nur mit einer zweiten Zufahrt einen Bebauungsplan geben werde. Diese zweite Zufahrt, so der Vorschlag, soll nun über die Teichstraße führen. Die allerdings ist derzeit eine Sackgasse, die stellenweise kaum die Breite hat, dass ein Lkw ungefährdet hindurchfahren kann, wie Bilder zeigen. Im jüngsten Bauausschuss fassten die Ortspolitiker den Beschluss, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen zu wollen. Dem Wunsch der Anlieger, den Beschluss aufzuschieben, war die Mehrheit nicht gefolgt. Die Details dazu seien noch völlig offen, die Planung befände sich damit noch ganz am Anfang, hieß es an die Adresse der skeptischen Anwohner. Denn die waren bereits von den Eigentümern und dem Investor aufgesucht worden, um für die jetzt in Rede stehende Lösung zu werben, wie Hartmut Kroker berichtet. Die Anwohner der Teichstraße haben sich nun zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen und am 4. Juni Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst um eine Einwohnerversammlung zu dem Thema gebeten. Bis heute, so berichten die Sprecher des Arbeitskreises, gebe es darauf keine Antwort. „Wir sind nicht gegen ein neues Baugebiet, aber wir wünschen uns eine vernünftige Verkehrsplanung“, betont Sandra Liebholz. Durch die Teichstraße führe der Schulweg vieler Kinder, die in der Wulfschen Koppel und in der Teichstraße selbst wohnen. Klaus-Peter Butz weist auf den Zustand der Teichstraße hin: wassergebunden mit provisorischem Oberbau, ohne Gehwege und schlecht einsehbar. „Unfälle sind da vorprogammiert“, so Butz. Auch die „schwammige“ Informationspolitik der Gemeinde beklagt Kroker. Peter Böge hat für das über 500 Jahre alte Koppelgrundstück, das Biotop und Streuobstwiese ist, einen ganz anderen Vorschlag: „Es wäre doch schön, dort einen Bürgerpark einzurichten, mit Gehwegen durch viel Grün“, sagt er auch mit Blick auf die angrenzende Seniorenresidenz Grammerstorfscher Hof. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst dazu: „Der Investor ist jetzt aufgefordert, unter anderem Verkehrs- und Artenschutzgutachten vorzulegen. Sobald es etwas Konkretes zu sagen gibt, wird es eine Einwohnerversammlung geben.“ Sie wolle die Diskussion auf die Sachebene zurückholen, so Mordhorst. asc 

 Quelle: Kieler Nachrichten

 

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