Angeklagter gesteht Millionenbetrug

Kiel/Laboe (pst) Über viele Jahre hat ein Laboer Steuerberater das Geld seiner Klienten für spekulative Autogeschäfte und einen sehr gehobenen Lebensstil „abgezweigt“. Jetzt begann der Prozess vor dem Kieler Landgericht. Und gleich zu Anfang gestand der Laboer Steuerberater den Millionenbetrug. Vorgeworfen wurden dem Autoliebhaber Untreue, Unterschlagung, Betrug und Urkundenfälschung. Die Vorwürfe räumte der Laboer Steuerberater weitgehend ein. Der 59-Jährige hatte sich hohe Geldbeträge von seinen Mandanten erschlichen, um sie in hochspekulative Autogeschäfte zu investieren und einen sehr aufwändigen Lebensstil zu finanzieren. Geschädigte Klienten, die ihren Steuerberater zum Teil schon seit vielen Jahren kannten, wollten ursprünglich in konservative Festgeldanlagen investieren. Stattdessen nutzte der Steuerberater das Geld seiner Mandanten, um exklusive Sport- und Geländewagen zu importieren. Auch in die Anschaffung eines Privatflugzeuges, Immobilien und Ausstellungshallen für Luxuswagen floss das Geld seiner Mandanten. In Laboe hatte der Fall deshalb erhebliches Aufsehen erregt, weil der Angeklagte durch seine finanziellen Transaktionen das DRK und damit auch die DRK-Kita in eine erhebliche finanzielle Schieflage gebracht hatte. Dabei ging es um eine Summe von 175.000 Euro. Mittlerweile wurde der Schaden nicht allein durch viele Spendenaktionen, sondern auch durch die zuständige Versicherung ausgeglichen. Eine Mandantin, die dem Steuerberater schon seit Jahrzehnten vertraute, hatte ihm über eine Million Euro anvertraut, die unter anderem für den Heimaufenthalt ihrer Mutter gedacht waren. Der entstandene Gesamtschaden wurde in der Gerichtsverhandlung auf knapp 2,3 Millionen Euro beziffert. Die Verteidigung rechnete den Betrag allerdings um eine Summe von 450.000 Euro herunter. Nichtsdestotrotz gab der Steuerberater, der seit sechs Monaten in Untersuchungshaft sitzt, den Millionenbetrug zu. Für den Fall eines umfassenden Geständnisses erwartet ihn jetzt ein Strafrahmen, der sich zwischen vier und viereinhalb Jahren bewegt. Besser sieht es für seine 47-jährige Ehefrau aus. Sollte sie sich auch kooperativ verhalten, droht ihr eine maximale Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren wegen Beihilfe. Quelle: Probsteier Herold  

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