Kunsthandwerkermarkt: Ein „Platz für Anarchie“

Jürgen Baden aus Buxtehude zeigt seine Skulpturen aus gegossenem und patiniertem Beton

 

Nach zwei Jahren Pause hatte Organisatorin Elke Baum am Wochenende wieder knapp 40 Künstler und Kunsthandwerker in Laboe versammelt. Einig waren sich alle: Der neue Standort ist für den Kunsthandwerkermarkt ein Gewinn. Schon optisch wirken die weißen Pagodenzelte, die sich einheitlich vor der Kulisse der Segeljachten und dem blauen Himmel abheben. Besucher konnten sich über ein vielseitiges Angebot freuen, und auch die Drechselwerkstatt des Natur- und Umweltpädagogen Dag Wixforth hatte geöffnet.  „Die Stände können sich sehr schön um das Hafenbecken herumziehen, die Besucher werden gut geleitet und fallen von der Fähre sozusagen gleich in den Markt hinein“, beschreibt Mary Vogt, Goldschmiedin die Situation. Zufriedene Worte hört Organisatorin Elke Baum auch von anderen, die sich am Hafen sichtlich wohlfühlen. Wie beispielsweise Jürgen Baden aus Buxtehude. Er baute seine Skulpturen aus gegossenem und patiniertem Beton vor maritimer Kulisse auf und setzt so besondere Kontrapunkte für den Betrachter.  Josef Fass, hält sein „Kantholz“ in den verschiedensten Varianten bereit, vom Schlüsselbrett aus Treibholz über den Bilderhalter aus Korken bis zum Lampenfuß aus einem Baumstamm. Er ist zum ersten Mal dabei, und er weiß sicher, das wird nicht zum letzten Mal gewesen sein.  Eine besondere Geschichte hat die Stoffdesignerin Margarete Groschupf zu ihren Taschen aus Polsterstoff zu erzählen. „Ich sammle edle Stoffreste und gestalte daraus Taschen, verarbeite Reste und rebelliere damit gegen die steife Tradition, die meine Mutter mit ihren Biedermeier Möbeln pflegt“, erzählt sie. Für sie ist ein Markt „der letzte Platz für Anarchie“. Trotz der Hitze konnte Werner Popp aus Berlin seine aus Heizungsrohren gefertigten Fackeln an den Mann bringen. Der geformte Stahl auf der Stange fasst eine gewachste Rolle Toilettenpapier, die dann als Fackel dient. Die Anleitung gab der Künstler dem Kunden gleich mit.  Elke Baum und ihre Künstler nehmen am 7. August erneut Kurs auf Laboe und „kommen auch im nächsten Jahr garantiert wieder“, verspricht die Organisatorin. asc
Quelle: Kieler Nachrichten

 

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