Unter Schweinen und Minions

In Passade startet Nils Holgersson seinen Flug mit der Gans über den Passader See

SCHÖNBERG/LABOE. Es herrscht derzeit geschäftiges Treiben in den Dörfern der Probstei. Denn es ist Strohfigurenzeit. Allerorten stehen kunstvolle Gebilde, die eine Rundreise, egal ob per Bus, per Rad oder mit dem Pkw, wert sind. Einheimische und Urlaubsgäste fotografieren, bestaunen und loben die Objekte, die teilweise sogar zum Mitmachen einladen. So zum Beispiel in Wisch. Dort werden die Besucher animiert, selbst einmal ein Schweinerennen zu veranstalten, wie es in den 1960er-Jahren auf dem Jägersberg abgehalten worden war. Zwei mächtige Schweine sind am Start und laufen auf Kufen, sodass die Besucher sie an Seilen ins Ziel ziehen können. Ein besonders siegreiches Exemplar ziert bereits das Treppchen. Die Bedeutung der Figur wird, wie überall, auf einer kleinen Tafel erklärt. Der Spruch „Lasst uns die Hühner satteln“ bekommt in Bendfeld eine wörtliche Bedeutung. Dort erwartet ein stolzer Hahn mit einem aus verschiedenen Kornarten gestalteten Schweif, gesattelt und gespornt, die Besucher. Die können mittels Podest und Treppchen das stolze Strohtier erklimmen, sich zudem eine Krone aufs Haupt setzen und sich als Kornprinz fotografieren lassen. Aufsitzen heißt es auch für Nils Holgersson. Der erklimmt seine Gans in Passade und scheint gerade seinen Flug über den See starten zu wollen. Lustige Wesen finden sich auf dem Dorfplatz in Fiefbergen. Dort können die Besucher die Minions kennenlernen. Als Fischer, Gärtner, Imker und Familien bevölkern die gelben Wesen aus dem Kinofilm die Wiese. In Probsteierhagen ist der Zirkus im Dorf. Die Erbauer der Strohfigur nehmen damit Bezug auf die historischen Überlieferungen: Das fahrende Volk hatte zu Herrschaftszeiten regelmäßig am Herrenhaus Station gemacht. Da balanciert der Seelöwe auf seinem Podest den Ball auf der Nase, der Clown bläst die Trompete und das Äffchen turnt am Trapez, das in den hohen Bäumen vor dem Herrenhaus baumelt. Wer mag, kann Platz nehmen auf den aus Strohballen gebauten Sitzbänken und die Manege bewundern, die mit viel Akribie entstanden ist. Auch in den anderen Dörfern warten an markanten Plätzen die Strohfiguren, von denen die schönste prämiiert wird. In Laboe begrüßt der Bäcker an der Ortseinfahrt die Gäste, auf dem Kreisel in Brodersdorf erinnert ein Auto an die vielen Fahrzeuge, die auch schon mal über das Bauwerk hinweg gedonnert sind, und in Krummbek weist nicht nur die Unterwasserlandschaft auf die Küstennähe, sondern auch die Buchstabenreihe „Probsteier Korntage“, die sich in knapp einem Meter Höhe und stabil gebaut exakt vom Anfang bis zum Ende des Dorfes zieht, auf die vierwöchige Veranstaltungsreihe hin. Von Astrid Schmidt 

Tipps für die nächsten Tage

Morgen, 31. Juli, 14 Uhr: Bernsteinschleifen im Naturerlebnisraum Wendtorf. Sonnabend, 1. August, 14 Uhr: Strohfest im Naturerlebnisraum Wendtorf. Sonntag, 2. August, 14 Uhr: Führung durch die Krokauer Mühle mit Brotverkauf; 14 bis 18 Uhr: Tortenund Trachtenfest in Stakendorf, Hof Löptien; 12 Uhr: Kornfelderwanderung in Barsbek, Treffpunkt Dorfplatz. Montag, 3. August, 14 bis 18 Uhr: Ährensuche im Heckenlabyrinth Irrgarten Probsteierhagen. Dienstag, 4. August, offener Hof in Barsbek. Alle Veranstaltungen unter www.probsteierkorntage. de asc 

 

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