Erst waren sie da, dann weg und jetzt sind sie wieder da

Dieter Roespel konnte nach langem Hin und Her endlich den Schwan und fünf andere maritime Kunstobjekte am Hafen aufstellen Fotos: Stoltenberg

Laboe (pst) „Die Gemeindevertreter dachten wohl, ich könnte nur Dorsche und Segelboote“, versucht sich Dieter Roespel rückblickend an der Ursachenforschung. Denn kaum eine Geschichte hat die Laboer in den vergangenen Monaten so sehr beschäftigt und entzweit wie die der beinahe verhinderten Stelen nebst Kunstobjekt. Die Vorgeschichte: Dieter Roespel, bekannt als jener Laboer, der das Ostseebad bereits an verschiedenen Stellen mit seinen selbst kreierten maritimen Kunstobjekten verschönert hat. Sowohl vor dem Rathaus hat sich Roespel mit seinen Hochglanz-Dorschen und Segelbooten verewigt als auch am Brunnen auf dem Probsteier Platz. Mit Bürgermeister Walter Riecken hatte sich Roespel geeinigt, nun auch das Hafenumfeld mit besonderen Kunstwerken zu verschönern. Und die sollten nicht nur schön aussehen, sondern auch die parkenden Autos davon abhalten, den neuen Bänken am Hafen zu nahe zu kommen. Insgesamt sechs Granitstelen mit maritimen Verzierungen sollten aufgestellt werden. Nun sollte man eigentlich meinen, dass Objekte, die ehrenamtlich entstehen und somit keine Kosten entstehen, gerade auch Politikern wegen nicht entstehender Kosten gut gefallen müssten. Aber nach dem Tod Walter Rieckens konnten sich manche Gemeindevertreter wohl nicht mit dem Gedanken anfreunden, die Kunsthandwerke von Roespel auch noch am Hafen aufzustellen. Kurzum: Jene Stelen, die bereits standen, wurden wieder demontiert – sehr zum Unmut von Roespel und vielen Laboern. Von „Ehrenamt, das mit Füßen getreten wird“ war da die Rede und von einer „Riesen Schweinerei“. Nach derlei Protesten ruderten die Gemeindevertreter zurück, wohl weil sich manche von ihnen endlich mit eigenen Augen davon überzeugt hatten, dass Roespel eben nicht nur „Dorsche und Segelboote“ bauen kann. Noch einmal sprach der kreative Laboer mit der Bürgermeisterin und Gemeindevertretern – und siehe da: Die Aufstellung der erst aufgestellten und dann wieder demontierten Stelen wurde beschlossen. Zurück zum Anfang sozusagen: Jetzt hat Dieter Roespel den Beschluss (mal wieder) in die Tat umgesetzt und seine verzierten Stelen aufgebaut. Unter den maritimen Kunstobjekten sind zwar auch zwei Dorsche, aber ansonsten auch eine Schwanzflosse eines Wals, ein Schwarm Heringe, eine elegante Möwe und ein Laboer Schwan. Und dass seine Werke sehr beliebt sind, zeigte nicht nur die Tatsache, dass viele Besucher des Tags der Seenotretter sich mit den Roespelschen Stelen fotografieren ließen. Ein zweifelhafter Ausdruck der Beliebtheit ist auch der immer wieder mal stattfindende „Dorschklau“ vor dem Rathaus. Um diesen und andere zu verhindern, hat Roespel seine Werke jetzt doppelt gesichert. Und der Dorsch vor dem Rathaus wird auch irgendwann ersetzt, aber erstmal, so Roespel, „ist der Dampf raus“. Denn die Stelen und alle anderen ehrenamtlich geschaffenen Kunstobjekte hat Dieter Roespel angefertigt, weil, so Roespel, „ich sehr an Laboe hänge.“ Und nur das Ostseebad kann wortwörtlich mit den Roespelschen Ideen glänzen. 

Quelle: Probsteier Herold

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