Harmonische Vielfalt in unvollkommenen Räumen

Die Gruppe "Raum 116" zeigt noch bis zum Sonntag, 16.08. ihre Werkschau im Laboer Freya-Frahm-Haus

Laboe (pst) Nein, als „Hyperrealisten“ – denn als solche wurden sie schon mal angekündigt – wollen sich die insgesamt zehn Mitglieder der Künstlergruppe „Raum 116“ nicht sehen. Vielmehr präsentieren sie in ihrer Werkschau im Laboer Freya- Frahm-Haus sehr unterschiedliche Techniken und Themen, die sich aber als Ausstellung harmonisch miteinander vereinen. Die Werkschau mit Bildern, Fotografien und kleinen Skulpturen wurde jetzt mit einer Vernissage eröffnet und ist noch bis zum Sonntag, 16. August, zu sehen.
So manch ein Laboer hatte sich angesichts der Ankündigung gefragt, ob eine derartige Ausstellung nach etwas abgehobenen von Studierenden der Muthesiusschule dem Ostseebad noch zu seinem künstlerischen Glück gefehlt hat. Aber die Werkschau der Künstlergruppe aus Hamburg und Schleswig-Holstein ist durchaus nicht abgehoben, sondern angesichts der Vielfalt in Ausdruck und Motiven sehr lohnenswert. Und auch der Name „Raum 116“ bezieht sich nicht auf den Weltraum und eine geheimnisvolle, womöglich symbolische Zahl. Der Name entstand, weil sich die zehn Künstler der Gruppe in einem Kursus einer Hochschule kennen lernten, der in „Raum 116“ stattfand. Und die Künstler mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Werdegängen merkten schnell, dass sie gut miteinander harmonierten. So treffen sie sich regelmäßig, um gemeinsam und allein ihre neuen Ideen umzusetzen. „Lichow“ von Alice Kaufmann etwa ist nach einem Ort benannt, der die Künstlerin besonders faszinierte. Und diese Faszination, aus dem Gedächtnis als fotografischer Eindruck auf die Leinwand gebracht, springt durchaus auf den Betrachter über. Edwin Zaft, selbständiger Art Director, arbeitet auch in den unterschiedlichsten Techniken. In der Werkschau zeigt er mit den Fotos „Abschied der Blumen“, dass auch leicht angewelkte Blüten durchaus ihren künstlerischen Reiz haben. Strandgut, das angeschwemmt wurde, wurde von Cristine Grandt wiederum in eine malerische Küstenszene mit Leuchtturm und rot-weißem Holzhaus umgewandelt. Zu sehen sind auch großformatige, abstrakte Gemälde und die kleinen Skulpturen einer Ingrid Friedrichsen, die aber auch malt. Und alle Exponate, bis auf jene, die im Besitz der Künstler bleiben sollen, sind verkäuflich. Die Mitglieder von „Raum 116“ sind zum größten Teil studierte Künstler, andere Autodidakten. Für sie alle aber gilt angesichts des „Freya-Frahm-Hauses“: „Wir haben mit Freude diese unvollkommenen Räume für unsere Exponate genutzt, denn die sind sehr unterschiedlich, harmonieren aber miteinander.“ Die Werkschau ist jeweils von donnerstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet.
Quelle: Probsteier Herold

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