DGzRS erfüllte Thomas Stasch einen Traum

Für Thomas Stasch erfüllte sich ein Kindheitstraum. Er durfte mit einem Seenotkreuzer in See stechen. Fotos: Stoltenberg

Laboe (pst) Bereits im zarten Alter von zehn Jahren träumte Thomas Stasch davon, einmal auf einem Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit zu fahren. „Mich faszinierten die Technik und die Kreuzer, die sich selbst aufrichten“, erzählt der 43-Jährige, dessen großer Wunsch jetzt erfüllt wurde. Davon zeugt schon die typische signalrote Kluft der Seenotretter, die Stasch zumindest als Kurzzeit-Seenotretter ausweist. Im Rahmen der Feier zum 150-jährigen Bestehen der DGzRS hatte sich der Informatiker aus Siegburg an einem Online-Wettbewerb beteiligt. Und der Gewinn, „Seenotretter für einen Tag“ zu werden, war für den Rheinländer maßgeschneidert. Das mit dem einen Tag sahen die Seenotretter dann nicht so eng und bescherten dem „Nachwuchs“-Seenotretter gleich zwei Tage, in denen Thomas Stasch nicht nur das Leben an Bord kennen lernte, sondern auch das Überleben im Meer am eigenen Leib erfahren durfte. „Ich habe mir schon als Kind Bücher über die Seenotretter gekauft“, erzählt Thomas Stasch rückblickend. Seine Eltern hatten schließlich versucht, ihrem Sohn über Rudi Carrells Sendung „Lass Dich überraschen“ seinen Kindheitstraum zu erfüllen – damals allerdings noch vergeblich. Jahrzehnte vergingen, in denen klar wurde, dass Siegburg mit seiner Entfernung zur Küste nicht gerade der ideale Wohnort war, um als Freiwilliger Menschen und Boote aus Gefahren zu befreien. Versicherungsgründe sprachen dagegen, dass Thomas Stasch einfach mal mit einem Kreuzer in See stechen konnte. Bis zum schicksalhaften Tag, an dem der Informatiker von der Chance erfuhr, für einen Tag als Seenotretter unterwegs zu sein. Beim Wettbewerb setzte er sich gegen insgesamt rund 600 Teilnehmer durch, was Stasch per Handy erfuhr: „Es war eine Bremer Nummer und man fragte mich, was ich Ende August vor hätte.“ Während Andere sich darüber freuen, am Wochenende mit der Familie gemütlich an der Kaffeetafel zu sitzen, entschied sich Stasch dafür, in einem Überlebensanzug von einer fünf Meter hohen Plattform zu springen. Danach fand er sich im modernen Ausbildungszentrum der Firma „Off- TEC“ zusammen mit Langzeit-Seenotrettern in einem Becken mit rauem Seegang wieder. Und auch das Besteigen einer Rettungsinsel wurde geübt. Das waren aber nur einige Höhepunkte seines eintägigen Abenteuer-„Urlaubs“. Denn am kommenden Tag ging es für Thomas Stasch weiter nach Laboe und mit der „Berlin“ auf einen echten Seenotkreuzer. Und schon nach zehn Minuten – der Siegburger brachte gerade sein Gepäck an Bord – musste die „Berlin“ ausrücken, um einem Segelboot technische Hilfe zu leisten. Und Thomas Stasch wurde so sehr in den Alltag der Seenotretter integriert, dass er sogar auf dem Tochterboot „Steppke“ mitfahren durfte. Die Laboer Crew empfing den Neuling mit offenen Armen. Und die nahm den Siegburger Gewinner dann auch noch mit zu einem Treffen mit dem Marineschiff „Siegburg“. „Ich fühle mich hier wie in einer Familie“, so Stasch. Mit von der abenteuerlichen Partie war auch das Fernsehen. „Ich fühle mich gerade wie Brad Pitt“, betonte der Wettbewerbsgewinner. Am letzten Tag hatte er auch noch Gelegenheit, den MRCC, also die Schaltzentrale der DGzRS, in Bremen zu besichtigen. Zwei Tage lang war Stasch begeisterter Retter-„Azubi“. Das hat bei ihm einen großen Eindruck hinterlassen. Denn, so sagt der Familienvater, „davon werde ich noch lange zehren. Ich bin zu jeder Schandtat in Verbindung mit den Seenotrettern bereit“. Und auch die würden sich über ein erneutes Treffen mit dem Hobby-Skipper, der ansonsten geographisch bedingt eine „Landratte“ ist, sehr freuen. Jetzt würde sich Thomas Stasch darüber freuen, als verhinderter Seenotretter aus dem küstenlosen Rhein- Sieg-Kreis weiterhin Kontakt zu den Aktiven der DGzRS zu halten, um nicht nochmal 33 Jahre warten zu müssen.  

Quelle: Probsteier Herold

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