"Gefährlich, wenn Neid entsteht"

Hier könnte man sich am ehesten eine Schranke vorstellen, weil es die am Katzbek-Parkplatz auch schon mal gab. Das Amt will sich jetzt über die möglichen entstehenden Kosten informieren. Foto: Stoltenberg

Laboe (pst) Laboes laufender Haushalt bewegt sich auf „Planniveau“. Das verkündete Amtsdirektor Sönke Körber in der vergangenen Sitzung des Finanzausschusses am Mittwochabend. Außerdem standen Themen wie die Parksituation, Asylbewerber und Flüchtlinge und die Regenwasserentsorgung auf der Tagesordnung. Was das laufende Haushaltsjahr betrifft, musste Laboe in finanzieller Hinsicht nicht mit „großen Überraschungen“ rechnen. Mehreinnahmen durch die Erhöhung der Grundsteuer und der Zweitwohnungssteuer standen wiederum Ausgaben gegenüber. Bisher konnte man durch Parkgebühren Einnahmen von 322.000 Euro verzeichnen. Wie sich allerdings der Herbst entwickelt, hängt nicht zuletzt vom Wetter ab und wird sich erst zeigen müssen. Die Schulkosten seien noch nicht absehbar, bei den Kita- Personalkosten hat sich wenig verändert. Sönke Körber: „Der Kleinkram hält sich die Waage.“ Kurzum und unter dem Strich bedeutet das, dass sich der Haushalt planmäßig entwickeln wird. Wir für Laboe, respektive Carsten Leonhardt, hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man die Parkplätze in Laboe eventuell gewinnbringender gestalten kann. Grundlage dafür wären ein Schrankensystem und das so genannte Flatrate- Parken, das schon hier und dort praktiziert wird. Die Idee besteht darin, die ersten 30 oder 60 Minuten gebührenfreies Parken anzubieten und danach eine Parkpauschale zu bezahlen. Eine zusätzliche Idee: Auf Tafeln könnte angezeigt werden, wie viele Parkmöglichkeiten auf den übrigen Plätzen aktuell frei sind. Leonhardt berichtete von einem Kieler Parkhaus, das eben dieses Flatrate-Parken anbietet. Der Vorteil: Durch dieses Konzept erhöht sich die Umlauf- Geschwindigkeit und viel mehr Autobesitzer würden in kürzerer Zeit im Parkhaus parken und dadurch unter dem Strich mehr Geld einbringen. Besonders praktikabel wäre ein Schrankensystem am Katzbek- Parkplatz, da es hier schon mal eine Schranke gab. Den Hafenparkplatz stuften die Ausschussmitglieder als eher ungeeignet ein. Wilhelm Kuhn gab allerdings zu bedenken, dass es in früheren Zeiten schon mal Schranken vor Laboer Parkplätzen gab. Und die hätten eher eine abschreckende Wirkung auf Autofahrer gehabt. Nichtsdestotrotz will das Amt jetzt die Kosten für ein Schrankensystem prüfen und auch den Ehrenmalparkplatz auf Schrankentauglichkeit in Augenschein nehmen. Das Thema soll auch wieder in den entsprechenden Arbeitskreis gehen. Ein sehr empfindliches Thema ist die Unterstützung von Asylbewerbern und Flüchtlingen im Ostseebad. Um genügend Material zum Deutschlernen zu haben, wollte man ein Buch kopieren. Das aber würde gegen das Urheberrecht verstoßen. Jetzt schlug Carsten Leonhardt vor, für das Team von freiwilligen Helfern einen Titel einzustellen, aus dem man bei Bedarf Geld schöpfen könne. Aber diese Idee stieß nicht nur auf Gegenliebe. Wilhelm Kuhn: „Jeder deutsche Hartz-IV-Empfänger bekommt ähnlich viel Geld und hat die gleichen Kosten.“ Deshalb könnte durch eine zusätzliche Unterstützung der Flüchtlinge und Asylbewerber der Eindruck entstehen, dass, „denen wieder alles sonstwo hingeschoben wird“. Derzeit bekommen Asylbewerber und Flüchtlinge eine so genannte Grundsicherung, die nur um einige Euro von Hartz IV abweicht. Sönke Körber schlug in die gleiche Kerbe: „Unterschätzen Sie diese Diskussion nicht. Es ist gefährlich, wenn eine Neidwahrnehmung entsteht.“ Auf allgemeine Zustimmung stieß aber die Idee, den ehrenamtlichen Helfern, die in Laboe unermüdlich im Einsatz sind, mit Tankgutscheinen und der Unterstützung bei Telefonkosten finanziell unter die Arme zu greifen. Als „sehr schwieriges Feld“ erweist sich schließlich die Regenwasserentsorgung im Ostseebad. Insbesondere um das Unterdorf zu entlasten, waren im vergangenen Jahr diverse Möglichkeiten diskutiert worden, die sich im Nachhinein allerdings nicht als praktikabel bewertet wurden. Demnach wurden sowohl Regenwasserrückhaltebecken im Bereich Kurpark als auch auf dem Parkplatz im Katzbek angedacht. Die wurden allerdings vom Abwasserzweckverband als nicht effektiv bewertet. Möglich wäre jetzt eine Lösung durch einen vergrößerten Kanal im Steiner Weg/Prof. Munzer Weg. Horst Etmanski gab wiederum zu bedenken, dass es im Jahr 2008 hierfür schon Planungen gibt, die berücksichtigt werden müssten. Und er warnte davor, „Insellösungen zu suchen und nicht im Großen zu planen.“ Um hier mehr Klarheit zu schaffen, soll die Empfehlung an den Bauausschuss gehen, Vertreter des AZV noch einmal einzuladen und auch die Planungen aus 2008 eventuell mit einzubeziehen. 

Quelle: Probsteier Herold

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