Ausschuss sieht noch keine Probleme mit Flüchtlingen – Tafel steht vor großer Herausforderung

Auch am Strand könnte ein naturnaher Spielplatz entstehen. Allerdings wurden zwei andere Standorte favorisiert. Foto:Stoltenberg

Laboe (pst) Ganz ohne Probleme verläuft auch das Miteinander von Flüchtlingen und Einheimischen in der Probstei nicht. Zwar konnte Claudia Bern vom Laboer Koordinationsteam nur Positives berichten: Die Schönberger Tafel sieht sich allerdings durch die wachsende Nachfrage nach Lebensmitteln vor große Herausforderungen gestellt. Manchmal auch zum Unmut der „Alteingesessenen“. Der Bericht der Schönberger Tafel war aber nur ein Thema in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur und Sport, kurz „BSKS“. Diskutiert wurde auch über mögliche Standorte für einen naturnahen Spielplatz.

Claudia Bern und das Laboer Koordinationsteam für Flüchtlinge und Asylsuchende können nur Positives berichten. Die Deutschkurse in der Volkshochschule werden fleißig besucht und die Schüler machen große Fortschritte. Laboes Flüchtlinge und Asylsuchende sind gut ausgestattet. Bern bedankte sich auch ausdrücklich bei privaten Vermietern, die Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben. Aber wie überall in Deutschland wird auch das Ostseebad sich darauf vorbereiten müssen, dass, „die Zahl der Flüchtlinge deutlich steigen wird“. Nicht ganz so rosig ist die Situation der Schönberger Tafel, die seit 2007 Lebensmittel an Bedürftige verteilt, die nicht mehr in den Wirtschaftskreislauf kommen, aber durchaus noch sehr genießbar sind. Denn neben den 155 „Bedarfsgemeinschaften“ aus der Probstei nutzen auch viele Flüchtlinge und Asylbewerber das Angebot der Tafel immer mittwochs. Weil unter den Neuzugängen viele Moslems sind, die kein Schweinefleisch essen, müssen die Mitarbeiter der Tafel schon mal improvisieren. So kommt es schon mal vor, dass manche der Alteingesessenen sich benachteiligt fühlen und der Ansicht sind, dass Flüchtlinge und Asylsuchende von der Tafel bevorzugt werden. So ist es aber nicht. Man versucht lediglich, die Waren möglichst gerecht zu verteilen. Aber eine wachsende Nachfrage bringt auch die Notwendigkeit eines größeren Angebotes mit sich. Und da appellieren die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel an Menschen und Supermärkte, weitere Lebensmittel zur Verfügung zu stellen. So könnten etwa volle Vorratskeller ungeahnte Schätze bergen. Ansonsten sind natürlich alle Lebensmittelhändler in der Region gefragt, Nahrungsmittel zu spenden. Denn sehr zum Nachteil der Tafel würden angeschlagene Dosen oder andere aus den Regalen entfernte Produkte von vielen Supermärkten in einem Extra-Korb zu deutlich ermäßigten Preisen gehandelt. Gefragt sind aber auch weitere Freiwillige, die das Team der Tafel im Eichkamp unterstützen. Rund 90 bis 120 Bedürftige zieht es mittwochs zur Tafel – Tendenz steigend. Um zu verhindern, dass gerade auch ältere Menschen sich durch die große Nachfrage bei einem relativ überschaubaren Angebot abschrecken lassen, bittet die Tafel dringend um Spenden von Nahrungsmitteln. Um Hilfen aller Art ging es auch im weiteren Verlauf der gut strukturierten und zügigen Sitzung. Schon seit einiger Zeit arbeitet ein Arbeitskreis intensiv an der Erstellung eines Flyers, der sich mit Hilfsangeboten an Wohngeldempfänger und ALG II richtet. Im April wurde der Flyer „Hilfe holen ist schlau“ zum ersten Mal vorgestellt und seitdem überarbeitet. Im Flyer finden Familien und Alleinerziehende mit Kindern viele Ansprechpartner für die unterschiedlichsten Themen wie Lernförderung, Kultur, Sport und Freizeit, Schülerbeförderung, Mittagessen in Schule und Hort oder Ausflüge und Fahrten in Kita und Schule. Der Flyer soll vorerst in einer Auflage von 500 Exemplaren gedruckt und in Arztpraxen, Schulen, Vereinen und an anderen markanten Punkten ausgelegt werden. Der Ausschuss hatte allerdings den Einwand, das Thema „Gender“ stärker in den Formulierungen zu berücksichtigen. Das Thema „Naturnahe Spielplätze“ beschäftigt die Laboer schon seit einigen Jahren. Ein entsprechender Arbeitskreis kam zu dem Schluss, dass man mehrere mögliche Standorte in Laboe ermitteln und auf ihre Eignung überprüfen müsse. Fünf mögliche Standorte wurden weiter überprüft und die Ergebnisse jetzt vorgestellt. Als „eher ungeeignet“ wurde das ehemalige Gelände des Schulgebäudes I eingestuft. Zum einen ist das Gelände zu klein. Denn wünschenswert wäre eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern. Außerdem ist die direkte Nähe zur Hauptstraße ein Problem, weil Unfallgefahr besteht. Zudem gibt es weitere Nutzungsansprüche auf die Fläche. Als auch nicht besonders geeignet wurde der Standort Apfelgarten eingestuft. Der ist zwar gut bis sehr gut für einen naturnahen Spielplatz geeignet, allerdings ist die Verfügbarkeit nicht gesichert. Das Verfahren könnte sich also über Jahre in die Länge ziehen, aber der Ausschuss will so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen machen. Der Standort „Kurpark“ ist zwar auch geeignet, allerdings wurde hier ein Generationenkonflikt und ein Interessenkonflikt befürchtet. Zwar wurde hier eingeräumt, dass ältere und junge Parkbesucher den Kurpark nicht getrennt, sondern auch gemeinsam nutzen könnten. Allerdings wurden auch Befürchtungen geäußert, dass die Freunde des Kurparks verprellt werden könnten. Und die hätten durch ihren unermüdlichen Einsatz den Park erst zu dem gemacht, was er jetzt ist. Ob junge Mitstreiter als Freunde des Kurparks gefunden werden könnten, müsse sich noch zeigen. Tauglich ist der Kurpark trotzdem. Der Standort Strand – Naturerlebnisraum – ist zwar auch geeignet, stieß aber nicht bei allen auf Gegenliebe. Insbesondere die Randlage zu geschützten Bereichen weist ihn nicht als ideal aus, auch ist er nicht ideal für Laboer Kinder erreichbar. Und die sollen bei der Standortwahl Priorität haben. Außerdem gab es Beschwerden vom NABU, der durch verstärkten Zulauf zunehmend Gefahren für Bodenbrüter sieht. Außerdem, so gab ein Ausschuss-Mitglied zu bedenken, sei ein Strand doch sowieso eine Art natürlicher Spielplatz. Bleibt noch die Wulffsche Koppel, die ebenfalls als gut bis sehr gut eingestuft wurde. Platz wäre auch genug. Allerdings müssen hier noch die F- und BPlan- Verhältnisse geklärt werden. Claudia Bern bat auch darum, die Koppel als Bolzplatz für Kinder und Jugendliche zu erhalten. Denn die würden den Platz begeistert nutzen. Hier wurde ihr erklärt, dass ein naturnaher Spielplatz nur neu strukturiert werde, das Bolzen aber nicht einschränken müsse. Klare Favoriten am Schluss waren die Koppel und der Kurpark – warum auch immer er „Kur“- Park heißt.

Quelle: Probsteier Herold

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