Ole Schippn und GAL engagieren sich für die offizielle Denkmalschutzplakette am Hafenpavillon

Der alte Laboer Rettungsschuppen stammt noch aus jenen Zeiten, als die Seenotretter mit Pferden und einfachen Ruderbooten ausrückten. Im vergangenen Jahr wurde hier 120-jähriges Bestehen gefeiert. Foto Stoltenberg

 

Laboe (pst) Das Thema Denkmal steht in Laboe nicht erst seit gestern hoch im Kurs. Auch angesichts der überall aus dem Boden schießenden Neubauten sind viele Laboer immer wieder froh zu hören, dass bereits einige Gebäude unter Denkmalschutz stehen und dieses wie im Fall der Bauernvogtshufe offiziell kenntlich gemacht wird (der PH berichtete). Die Mitglieder von „Ole Schippn“ würden es sich jetzt wünschen, dass der Pavillon und damit Laboes ältester DGzRS Rettungsschuppen mit der entsprechenden Plakette offiziell gekennzeichnet werden. Dabei werden sie unter anderen von der GAL (Grüne Aktive Laboe) unterstützt.

 Der Hafenpavillon wurde im Jahr 2004 unter Denkmalschutz gestellt. Manche munkelten, dass er damals einfach nur vor einem schnellen Abbruch bewahrt werden sollte. Mit Eintreten des Denkmalschutzes ist ein solcher Abbruch aber unmöglich geworden. Denn anders als die Maschinenfabrik Bauer, die lediglich als einfaches Denkmal eingestuft und später ohne größere Probleme Portland weichen musste, ist an einen Abbruch des Hafenpavillons nicht mehr zu denken. Und auch größere Veränderungen, etwa durch extreme bauliche Eingriffe für ein „Schickimicki“ – Restaurant a la Sylt werden mit Strafen geahndet. Für die Denkmalschützer, so Dr. Michael Paarmann vom Landesamt für Denkmalpflege, war insbesondere auch der alte Rettungsschuppen als Relikt der alten Bäderkultur ausschlaggebend dafür, den Pavillon unter Denkmalschutz zu stellen. So manch ein Laboer machte sich dennoch Sorgen, dass der Hafenpavillon in einer „Nacht- und Nebelaktion“ einfach abgerissen werden könnte. Das aber hätte üble Folgen. Denn so würde der Eigentümer gegen geltendes Gesetzt verstoßen und würde verpflichtet werden, einen so genannten „Schwarzbau“ an gleicher Stelle zu errichten. Und der ist nichts anderes als der originalgetreue Nachbau des denkmalgeschützten Gebäudes. Sollte man also Verstöße gegen den Denkmalschutz bemerken, kann und soll man sie umgehend dem Kreis melden. Und der leitet dann die weiteren Schritte ein. Gerade die Konstellation von drei erhaltenen Rettungsschuppen aus unterschiedlichsten Zeiten macht Laboe einzigartig. Auch der alte, aber etwas jüngere Rettungsschuppen neben dem neuen mit Infozentrum wurde unter Denkmalschutz gestellt. Das Problem – oder vielleicht ist es auch gar keins – bezüglich des alten Rettungsschuppens besteht jetzt darin, dass der Eigentümer den Antrag auf Anbringung der Denkmalschutzplakette stellen müsste. Und das ist die Gemeinde. Jetzt will die GAL diesbezüglich Nägel mit Köpfen machen oder, um es vorsichtiger zu formulieren, erst einmal einen entsprechenden Antrag in der Gemeindevertretung stellen, die dann die Anbringung einer Denkmalschutzplakette mehrheitlich beschließen müsste. Denn bisher wurde lediglich ein Schild am Pavillon angebracht, das auf den Status des Kulturdenkmals – allerdings noch nicht offiziell sondern provisorisch hinweist. Die Grüne Aktive Laboe begründet ihren Antrag wie folgt: „Nach Anbringung eines Hinweisschildes wäre die Anbringung der Denkmalschutzplakette Schleswig- Holsteins als offizielles Zeichen des aktiven Denkmalschutzes hilfreich.“ Und zwar als „Ansporn und Info“. In der kommenden Sitzung der Gemeindevertretung wird deshalb über diesen Antrag entschieden werden. Neben der Bauernvogtshufe, dem Hof Wiese, dem Ehrenmal mit UBoot und dem älteren Rettungsschuppen, kann Laboe mit dem Hafenpavillon schon einige Denkmäler sein eigen nennen. Das Landesamt für Denkmalpflege spricht auch von vielen anderen kulturhistorischen „Schätzen“, die dem Ostseebad bis jetzt erhalten geblieben sind. 

Quelle: Probsteier Herold

 

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