Vogelausstellung auf Hof Wiese:

So sehen Sieger aus: Norbert Rahlf (rechts) präsentierte mit seinem weißen Kanarienvogel den besten Vogel der Schau (kleines Foto). Vereinsvorsitzender Jörg Moltrecht gratulierte. Fotos Stoltenberg

Laboe (pst) Sie heißen englischer Positurkanarienvogel namens „Fife“, „Unzertrennliche“ oder Magellanzeisig und keines der der gefiederten Ausstellungsstücke war so wie ein anderes. Möglich machen diese Vielfalt die vogelkundigen Mitglieder des Vereins der Kieler Kanarienzüchter von 1891. Zum zehnten Mal hatten sie zur offenen Vogelausstellung mit Vereinsschau in den Hof Wiese eingeladen.
Nach Familiensittich „Hansi“ oder „Bubi“ sucht man bei einer Vereinsschau allerdings vergeblich. Denn die kleinen, gefiederten Schönheiten sind potenzielle Champions. Am Freitag hatten drei Preisrichter unter insgesamt 195 unterschiedlichen Vögeln die Qual der Wahl. Dabei wurden Körper, Gefieder, Haltung, Schwanz und andere Kriterien beurteilt. Auf die Höchstpunktzahl von 100 kommt dabei allerdings kein Vogel, denn auch hier gilt wohl „No bird is perfect“. 93 Zähler sind deshalb das höchste der Gefühle. Und die ergatterte sich auch der beste Vogel der Schau, ein weißer Kanarienvogel aus der Zucht des Mönkebergers Norbert Rahlf. Der züchtet schon seit 25 Jahren und hat auch ein ausgeprägtes Faible für die Zucht von „Unzertrennlichen“. Einer seiner stimmgewaltigen und sehr farbintensiven Kleinpapageien sicherte sich ebenfalls eine Punktzahl, die ihm eine Rosette bescherte. Günter Aldag hatten Langfinger einen Strich durch die Rosetten-Rechnung gemacht. Insgesamt 18 gelbe Kanarien, aber auch drei andere Vögel hatten Unbekannte im September aus der heimischen Voliere gestohlen. Damit war die lange Vorarbeit futsch. Wilde Tiere konnten als Vogeldiebe aber ausgeschlossen werden. Den eigentlich wollte sich der erfolgsverwöhnte Günter Aldag mit 17 jungen gelben Kanarien an der Schau beteiligen. Diesmal kam er dann aber nur mit drei Vögeln. Insgesamt rund 200 Besucher zog es an den zwei Tagen in den Hof Wiese. Bei der Vogelbörse hatten viele Vogelfreunde Gelegenheit, einen späteren „Hansi“ oder „Bubi“ mit nach Hause zu nehmen. Oder man klönte bei Kaffee und und leckeren hausgemachten Torten. Immer wieder gerne angesteuert wurde auch die traditionelle Tombola mit den vielen attraktiven Gewinnen. Für die kleinen geflügelten Champions geht es jetzt darum, die nächsthöhere Ebene zu erreichen. An der Weltmeisterschaft will allerdings Keiner der Kieler teilnehmen. Denn die findet in Portugal statt, und irgendwie ist die Vorstellung, dass Vögel per Flugzeug fliegen, ja auch etwas widernatürlich.

Quelle: Probsteier Herold

Zurück