Lösung des Regenwasserproblems lässt auf sich warten

Hochwasser ist für die Bewohner im Laboer Unterdorf, wie hier im Wiesenweg im Januar 2012, immer wieder ein Ärgernis. Seit 2002 wird über die Lösung in den politischen Fraktionen beraten

Laboe. Die Beseitigung des Regenwassers ist in Laboe ein Problem, über das seit 2002 debattiert wird. Die Lösung, die der Abwasserzweckverband Ostufer-Kieler Förde (AZV) bereits im vergangenen Jahr vorgestellt und dafür schließlich auch grünes Licht erhalten hatte, lässt aber aufgrund fehlender Zusagen der Gemeinde noch immer auf sich warten. Der AZV könne nicht in die eigentliche Planung einsteigen, wenn die Gemeinde nicht die Kostenübernahme für die anfallenden Planungskosten zusage, erklärte Verbandsvorsteherin Heike Mews. Im Raum stehen insgesamt rund 100 000 Euro, von denen die Gemeinde laut Vertrag die Hälfte tragen muss. Nur so könne der AZV in die konkrete Planung einsteigen und auch Kosten ermitteln, aber es fehle noch die entscheidende Unterschrift, so Mews. Eine verbindliche Zusage erhielt sie jedoch erneut nicht. Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst will das Thema in der Gemeindevertretung am 16. Dezember beraten lassen. Dabei hatte Arnd Hinz, planender Ingenieur des AZV, bereits 2014 Zustimmung für die jetzt vorliegende Lösungsidee erhalten: Im Oberdorf soll ein Entlastungskanal gebaut werden. Sinn dahinter: Das Unterdorf werde quasi abgeklemmt und nehme nicht auch noch zusätzlich das Wasser aus dem Oberdorf mit auf. Stattdessen wird das Regenwasser über den neuen Kanal im Oberdorf über den Professor-Munzer-Ring direkt in die Ostsee geleitet. Verworfen worden war die Idee, zwei Stauflächen (Wiesenweg/Kurpark) einzurichten. „Sinnvoller erschien die Lösung, das Wasser erst gar nicht ins Unterdorf zu lassen“, sagte Mews.  Doch die CDU stellte den Plan erneut in Frage. Horst Etmanski (CDU) verwies auf die neuen Baugebiete. Er bezweifele, dass mit dem Entlastungskanal die Probleme gelöst würden. Inken Kuhn (Grüne) bezeichnete das als eine „Rückwärtsrolle“. Sie sei „irritiert“ und verwies auf den Beschluss.  Arnd Hinz betonte, absolute Priorität habe die Sanierung des Unterdorfs, „weil das Kanalnetz nicht den technischen Regeln entspricht“. Gleichwohl könnten in die Planung auch ergänzende Maßnahmen mit einbezogen werden, für die die Gemeinde aber erst einmal die Voraussetzungen schaffen müsse, so Hinz. Turbulent wurde es zu einem eigentlich ganz simplen Thema: das von der Fraktion Wir für Laboe (WfL) angemahnte Controlling. Die Gemeindevertreter fordern von der Amtsverwaltung eine Liste mit allen Baumaßnahmen mit Gewährleistungsfristen.  Hintergrund: Immer wieder komme es zu Schäden, die erst nach Ablauf der Gewährleistung erkannt werden und die Gemeinde bleibe auf den Kosten sitzen, so Carsten Leonhardt (WfL). Als Beispiel führte er den Neubau der Schule an. Zum nächsten Bauausschuss soll die Verwaltung diese Liste vorlegen. asc 
Quelle: Kieler Nachrichten

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