Mit Humor auf Tauchstation

Gießkanne statt Dusche? Die Schwimmsparte des TVL demonstrierte bei der Weihnachtsgala auf amüsante Art, was ein Verlust der Halle für sie bedeuten würde

Laboe. Wassergewöhnung unter der Gießkanne? Tauchen lernen in der Tonne? Die TVL-Schwimmsparte nutzte die traditionelle Weihnachtsgala des Sportvereins, um auf ihre Sorgen aufmerksam zu machen. Denn die Zukunft der örtlichen Schwimmhalle ist trotz des Bürgerentscheids im vergangenen Jahr längst nicht gesichert. Wassersportler haben es grundsätzlich nicht einfach, ihre Aktivitäten auf dem Trockenen darzustellen. Die TVL-Schwimmsparte, die fürchtet, bald ebendort zu sitzen, tat dies in der Jenner-Arp-Halle auf humorvolle Art, nicht ohne den Hinweis: „Richtig ist besser.“ Passend dazu verteilte der Verein Pro Schwimmhalle Postkarten, die mit Schoko-Nikoläusen für ein Ja zum Bürgerbad warben. Bekanntermaßen hatte die Gemeindevertretung zuletzt mehrheitlich beschlossen, Verhandlungen mit dem Förderverein aufzunehmen, konkrete Finanzierungsmodelle gibt es jedoch noch nicht. Auch eine ämterübergreifende Konzeption ist im Gespräch. Begonnen hatte die Veranstaltung mit einem Auftritt des A-Cappella-Ensembles SOL, das aus acht Schülern des Heikendorfer Heinrich-Heine-Gymnasiums besteht. Mit „Feed the world – do they know it’s Christmas time“ stimmten sie das Publikum ein. Viele der rund 150 Aktiven, von den Jungturnerinnen im Kindergartenalter bis zu den Zumba-Damen, hatten sich jahreszeitgemäß mit roten Zipfelmützen ausstaffiert. Die Wirbelsäulengymnastik setzte statt dessen lieber auf dekorative rote Bälle. Mit atemberaubenden Sprüngen setzen die Mädchen und Jungen aus den höheren Wettkampfklassen sportliche Ausrufezeichen. Ob es der „echte“ Weihnachtsmann auch nach Laboe schaffen würde, war lange unklar – Moderatorin Svenja Roespel verlas in den Umbaupausen Mails und Postkarten von ihm aus der ganzen Welt zu den unterschiedlichen Bräuchen dort. So lernten die Zuschauer nebenbei, dass der Weihnachtsbaum ursprünglich eine Palme war und aus Ägypten kommt und dass russische Kinder bis zum 6. Januar auf ihre Geschenke warten müssen. Verpackt in die neuseeländische Freizeitgestaltung der Feiertage (Schwimmen – immerhin beginnt dort jetzt der Sommer) fehlte auch hier nicht der Hinweis auf die Folgen einer Hallenschließung in Laboe: Nichtschwimmer! „Jetzt könnte es ein bisschen gefährlich werden“, mahnte Roespel die vielen vorne sitzenden Kinder zu Disziplin: Im Showkampf der Männer-Hockey-Liga sollte schließlich niemand unter die Schläger kommen. Und nach dem letzten Turnerinnen-Auftritt kam er dann endlich doch: der Weihnachtsmann mit Schlitten und Geschenken. sel 
Quelle: Kieler Nachrichten 

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