Defizit behält Oberwasser

Steg L ist die Tankpier im Hafen von Laboe. "Der Steg ist total morsch", sagt Tankwart Gerd Rojahn, "der Steg, der am meisten genutzt wird und am meisten leidet." Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst betont: "Wir halten die Sanierung für notwendig."

Laboe. Der zunächst abgelehnte Wirtschaftsplan 2016 der Eigenbetriebe in Laboe wurde jetzt im Werkausschuss in überarbeiteter Form beschlossen – allerdings bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung sowie mit zahlreichen Sperrvermerken. Im nicht öffentlichen Teil wurde der Auftrag für die Schwimmhallenkonzeption beschlossen.
Wie berichtet, war der Wirtschaftsplan im November von einer Mehrheit aus CDU, LWG, GAL und Wir für Laboe abgelehnt worden. Diese vier Fraktionen wollten den Plan jetzt erneut ablehnen, doch Claudia Bern (LWG) enthielt sich, und die CDU stimmte dafür, nachdem sie Sperrvermerke für die meisten Investitionen – die Skateranlage, den Kompostplatz, den Treibselplatz und die Sanierung von Steg L – durchgesetzt hatte. Zuvor hatte Martin Göttsch, Assistent der Werkleitung, den überarbeiteten Wirtschaftsplan mit „erheblichen Veränderungen“ erläutert und leidenschaftlich für eine Zustimmung geworben, damit die Verwaltung arbeiten könne. Insgesamt ist ein Jahresverlust von 655 600 Euro einkalkuliert. Davon entfallen gut 160 000 Euro auf den Tourismus und rund eine halbe Million Euro auf die Meerwasserschwimmhalle. „Wenn man ein solches Angebot vorhält, muss man mit Defiziten rechnen“, meinte Göttsch. Keine Schwimmhalle im Kreis werde ohne Defizit betrieben. Weitere Einsparungen beim Betrieb würden aber geprüft. Positiv wirke sich die Hafenumfeldsanierung aus, der Bereich sei zu einem „Prunkstück“ geworden, meinte Göttsch. Dennoch sorge auch dieses Projekt für finanzielle Probleme, weil das Finanzamt nach einer Sonderprüfung jetzt der Meinung sei, die Gemeinde hätte keinen Vorsteuerabzug geltend machen dürfen. „Wir werden uns dagegen wehren“, betonte Göttsch, fügte aber hinzu: „Wenn wir den Wirtschaftsplan nicht durchkriegen, werden wir nicht die Liquidität haben, um an das Finanzamt zahlen zu können.“ Zuvor hatte Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst von dem Gespräch der Gemeinde mit dem Förderverein und der Bürgerinitiative Pro Schwimmhalle berichtet. Die Kosten für eine umfassende Beratung werden derzeit ermittelt. Außerdem soll das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz gefragt werden, welche Daten dem Förderverein zur Verfügung gestellt werden können. Über das Interesse aus Kiel sei noch nicht beraten worden, sagte Mordhorst. Wie berichtet, hatte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer beim Neujahrsempfang in Heikendorf die Aussagen des Ratsherren und Aufsichtsratsvorsitzenden der Kieler Bäder, Torsten Stagars, bestätigt, dass Kiel sich beim Betrieb der Halle einbringen könnte. Im nicht öffentlichen Teil wurde nach kurzer Diskussion der Auftrag für die Konzeption einer Schwimmhallenversorgung für den Bereich der Ämter Probstei und Schrevenborn für die Jahre 2016 bis 2040 beschlossen. Wie berichtet, hatte die Aktivregion Ostsee dem Antrag auf Fördermittel zugestimmt. Der Zuwendungsbescheid des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume setzt allerdings voraus, dass die Gemeinde Laboe ihre Eigenmittel nachweist. Darüber entscheidet die Gemeindevertretung voraussichtlich am 10. Februar.
Quelle: Kieler Nachrichten   

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