Zentraler Zugriff auf die Geschichte

Die Archivgruppe Laboe ist auf Spurensuche: Peter Dittmer, Klaus Schnoor und Volkmar Heller. Foto Thomas Christiansen

 

LABOE. Den Veränderungen in ihrer Gemeinde ist die Archivgruppe Laboe auf der Spur. Aus vielen Dokumenten und Fotos versucht sie ein Bild der Geschichte zu erstellen. Dazu braucht sie die Hilfe älterer Einwohner, die Fotos zuordnen und weitere Quellen liefern können. Am 19. Februar startet eine Veranstaltungsreihe. Volkmar Heller zeigt auf die vielen Kartons, die sich in den Regalen des Zimmers im Rathaus stapeln, in dem die Archivgruppe sich regelmäßig trifft: „Das ist unsere eigentliche Arbeit. Darin sind all die Dokumente, die sich seit 100 Jahren hier angesammelt haben.“ Langfristiges Ziel der Archivgruppe ist ein öffentliches Zentralarchiv, das es allen Bürgern ermöglicht, über das Internet Zugriff auf die Geschichte Laboes zu bekommen. Dazu wurden bereits viele Fotos gescannt. „Wir haben aber auch immer wieder alte Fotos von Häusern, die wir nicht zuordnen können. Da hoffen wir auf die Hilfe von den älteren Laboern“, erklärt Peter Dittmer. Unter den drei festen Mitgliedern der Archivgruppe ist zumindest Klaus Schnoor ein echter „Ur- Laboer“. Er hofft, dass die Gruppe auch noch einige ganz alte Bilder aus der Geschichte des Ortes erhält: „Früher wurde ja nicht so viel fotografiert.“ Doch nicht nur an Fotos, sondern auch an alten Postkarten oder Zeitungsausschnitten ist die Gruppe interessiert, um mehr über die Entwicklung der Gemeinde zusammentragen zu können. Die müssen die Laboer nicht auf Dauer abgeben, möglich ist auch die Digitalisierung für das Archiv. Oft kommen aber auch Laboer mit Fragen an die Gruppe, die dienstags zwischen 9.15 und 12.15 Uhr und donnerstags zwischen 15 und 17 Uhr im ersten Stock des Rathauses oder unter Tel. 04343/4271-16 zu erreichen ist. „Viele Besucher wollen wissen, ob es ein Foto von ihrem Geburtshaus gibt. Da können wir mittlerweile schon oft weiter helfen“, sagt Dittmer. Nun will die Archivgruppe noch stärker an die Öffentlichkeit gehen und eine lockere Veranstaltungsreihe starten. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten soll dabei das ursprüngliche Erscheinungsbild der Gemeinde Laboe in Erinnerung gerufen werden. Themen könnten zum Beispiel das Strandleben und die Badeanstalten, Feste und Vereine, Schulen, Hotels und Festsäle sein. Die erste Veranstaltung der Reihe am Freitag, 19. Februar, 18.30 Uhr, im Freya-Frahm- Haus soll Veränderungen im Ortsbild aufzeigen. Mit einem Spaziergang durch das Dorf wollen Volkmar Heller, Peter Dittmer und Klaus Schnoor an dem Abend anhand von alten Fotos eine kleine Zeitreise bieten. Ihre kurzen Vorträge sollen die Anregungen liefern für Gespräche mit Laboern, die schon lange im Ort leben oder hier aufgewachsen sind, über das alte Laboe und über die Veränderungen in der Gemeinde. Von Thomas Christiansen 

 

Ortsbild verändert sich ständig 

Die Einwohnerzahl des erstmals 1240 in einer Urkunde erwähnten früheren Bauerndorfs Laboe hat sich erst nach 1945 stark erhöht, heute leben dort rund 5000 Menschen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gaben immer mehr große Bauernhöfe auf, die ehemaligen Hofflächen wurden bebaut. Dieser Strukturwandel hält bis heute an. „Insgesamt verdichtet sich die ehemals luftige Bebauung in vielen Bereichen unseres Ortes mehr und mehr und stärker als viele es sich wünschen, die mit dem alten Ortsbild vertraut sind“, meinen die Mitglieder der Archivgruppe Laboe. chr 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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