Dorsch-Fangverbot gilt nicht für alle Fischer

 

LABOE. Gefangen werden darf der beliebte Speisefisch dennoch – zum Beispiel von Fischer Jan Möller. Er fällt wie fast alle seine Kollegen mit Heimathafen Laboe nicht unter das sechswöchige Fangverbot. Am Montagmorgen musste sich Jan Möller schon allerhand anhören. Ob er etwa trotz Verbots auf Dorsch gehen wolle, fragten ihn Passanten. „Nee, ich bleib im Hafen, aber nur wegen des Sturmes“, antwortete der Fischer, „sobald es ruhiger ist, bin ich wieder draußen.“ Und das darf Möller auch, weil das sechswöchige Fangverbot für Dorsch nicht für Fischereifahrzeuge unter acht Meter Länge gilt. Möllers Kutter misst 7,99 Meter. Knapp, aber ausreichend, um dem Fangverbot zu entkommen. Aber auch größere Kutter und Boote sind nicht per se zum Stillstand verdammt. Fahrzeuge, die zwischen acht und unter zwölf Meter lang sind, dürfen in der Schonzeit pro Monat bis zu fünf Tage fischen. Dabei dürfen sie nur in der Zeit zwischen Montag früh, 8 Uhr, und Freitag, 18 Uhr, ihre Netze auslegen, den Fang anlanden und vermarkten. Wer aufgrund dieser Ausnahmen fischt, muss dies immer im Rahmen der festgelegten Fangquote tun. Sollte hingegen in der Herings- und Sprottenfischerei innerhalb der Schonzeit Dorsch als Beifang mit ins Netz gelangen, muss der Dorsch immer angelandet werden, informiert der Landesfischereiverband Schleswig-Holstein. Außerdem wird darauf hingewiesen, dass Ausgleichszahlungen nur den Fischern zustehen, die die Fangtätigkeit bis zum 1. April komplett einstellen. In diesem Jahr hat die EUKommission die Schonzeit vorgezogen – statt im April beginnt sie, wie berichtet, bereits Mitte Februar und dauert statt eines Monats sechs Wochen. Wie viele der 182 Fischereifahrzeuge im Haupterwerb und der 289 im Nebenerwerb an der Ostsee dadurch im Hafen bleiben müssen, kann man beim Landesfischereiverband nicht beziffern. Von Heike Stüben

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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