Brutaler Bankräuber in Laboe gefasst

Polizei nahm 23-Järigen nach Verfolgungsjagd fest und stellte Beute und Pistole sicher

Laboe. Spektakulärer Überfall in Laboe: Ein 23-Jähriger hat am Montagabend die Filiale der Sparkasse überfallen und sich eine Verfolgungsjagd mit couragierten Zeugen und der Polizei geliefert. Der Täter konnte überwältigt werden und sitzt in Untersuchungshaft. Ersten Erkenntnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft zufolge stürmte der Bankräuber gegen 17.30 Uhr in die Filiale der Sparkasse in der Reventloustraße in Laboe. „Mit vorgehaltener Waffe forderte er die Bankangestellten auf, ihm Bargeld auszuhändigen“, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Ostrowski. Die verängstigten Mitarbeiter händigten dem 23-Jährigen etwa 2500 Euro aus. Zur Tatzeit hielten sich mehrere Kunden des Geldinstituts in den Schalterräumen auf. „Ein Mann wurde von dem Bankräuber brutal zusammengeschlagen“, so der Ermittler. Der Bankkunde, der den Täter offenbar am Verlassen der Filiale hindern wollte, musste von Ärzten behandelt werden. Der Täter flüchtete zunächst zu Fuß vom Tatort, versuchte mit gezogener Waffe und laut schreiend mehrere Autofahrer dazu zu bewegen, anzuhalten und ihm ihr Fahrzeug zu überlassen. „Als der Bankräuber merkte, dass dies keinen Erfolg hatte, versuchte er, zu Fuß zu entkommen“, berichtete Ostrowski. Etliche Passanten wurden Zeugen des Vorfalls und riefen per Handy die Polizei. Einige von ihnen folgten dem Täter mit ausreichend Abstand und teilten der Polizei per Mobiltelefon mit, wohin der 23-Jährige lief.  „Nur wenige Minuten später gelang es einer Streife der Polizei, den Täter in der Nähe des Hafens zu stellen“, so der Staatsanwalt. Die Beamten mussten Pfefferspray einsetzen, um den aggressiven Räuber zu überwältigen. Das in der Bank erbeutete Bargeld und die Pistole konnten sichergestellt werden. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 23 Jahre alten Mann, der bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten ist. Nach Informationen unserer Zeitung soll es dabei überwiegend um Drogendelikte gegangen sein. Der Mann soll zur Rauschgiftszene gehören. Das Amtsgericht hat noch am Montagabend eine Entnahme von Blutproben angeordnet. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Die Kieler Staatsanwaltschaft will heute prüfen, ob ein Antrag auf Haftbefehl gestellt werden soll. Der Bankraub sorgte auch für heftige Diskussionen in sozialen Medien wie Facebook und Twitter. Gerüchte, nach denen ein Polizist von dem Täter angeschossen worden sein soll, dementierten die Behörden am Abend. Unklar ist überdies noch, ob es sich um eine scharfe Waffe oder eine Schreckschusspistole gehandelt hat. „Die Ermittlungen sind noch ganz frisch“, so Ostrowski.
Quelle: Kieler Nachrichten  

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