Frühlingshaftes Naturerlebnis

Die Duft-Veilchen, die Susanne Hörger-Ahlers erstmals 2015 im Naturerlebnisraum in der Laboer Dünenlandschaft entdeckt hatte, blühen jetzt schon wieder. Foto: Thomas Christiansen

 

LABOE. Rechtzeitig vor Beginn der Führungen durch den Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe sind dort die ersten Pflanzen aufgeblüht. Durch die Wärme, aber auch den Regen „treibt das jetzt gewaltig“, sagt Susanne Hörger- Ahlers, die ab dem 14. April wieder durch die Sand- und Dünenflächen führt. „Nicht nur das Wetter ist jedes mal anders, auch die Vegetation – und das Publikum auch“, sagt die Geografin. Je nach Interesse und Kenntnisstand der Teilnehmer ändert sie deshalb auch ihr Programm. Hausfrauen zum Beispiel seien oft besonders daran interessiert, die wilde Form von Pflanzen zu sehen, die sie sonst nur kultiviert kennen. Vor dem ersten Termin hat Hörger-Ahlers schon mal nachgeschaut, was denn jetzt schon blüht. „Küsten-Lebensräume sind immer etwas später dran“, erklärt sie, denn hier sind die Bedingungen etwas rauer. Und typische Salzpflanzen wie Meersenf blühen erst sehr spät. Schon jetzt blühen im Naturerlebnisraum zum Beispiel Frühlings-Hungerblümchen, Greiskraut und natürlich die Weiden: „Die sitzen voll mit ganz dicken Hummeln, das brummt richtig“, sagt Hörger-Ahlers. Neu sind die Duft-Veilchen, die Hörger-Ahlers erstmals im vergangenen Jahr im Dünengelände entdeckt hat: „Dort ist vorher sehr dicht die Kartoffelrose Rosa Rugosa gewachsen.“ Durch das Abmähen dieses invasiven Neubürgers ist es dort jetzt lichter geworden. Verbreitet werden die Duft-Veilchen durch Ameisen. Die waren offenbar fleißig, denn wir finden jetzt gleich mehrere blühende Bestände. Auf dem Weg dorthin sehen wir kleine Kröten, die sich ebenso wie Frösche und Eidechsen in dieser Landschaft wohlfühlen. Zu den vielen Vogelarten gehören auch Zwergseeschwalben, die im Naturschutzgebiet Bottsand in Wendtorf brüten und hier manchmal auf Futtersuche sind. Auch Seeadler tauchen häufiger auf: „Ich hatte es schon, dass während einer Führung ein Seeadler einen Fisch gefangen und ihn dann auf einer Sandbank gefressen hat.“ Nicht nur die Dünenlandschaft, vor allem die Sandbänke davor verändern sich immer mehr. Eine Sandbank ist inzwischen „ein richtiger Nehrungshaken“, sagt Hörger-Ahlers – in Höhe und Breite gewachsen und fast schon mit Festland-Anschluss. Das könnte allerdings zum Problem werden, denn die Sandbänke sind ein wichtiger Ruheplatz für die Vögel. Gerade bei Hundehaltern fehle oft die Akzeptanz für die Schutzbedürftigkeit der Pflanzen und Tiere. Hörger-Ahlers hofft deshalb, dass die von der Gemeinde schon lange diskutierte Verbesserung und Ergänzung der Beschilderung endlich umgesetzt wird: „Man sollte darauf achten, dass der Schutz auch beachtet wird – das ist ja auch ein Renommee für den Ort.“ 

Die Dünenlandschaft am Nordrand von Laboe wurde 2005 als Naturerlebnisraum ausgewiesen. Die rund zehn Hektar große Fläche wurde von Wind und Wellen immer wieder verändert. Von der früheren Nutzung (bis 1991) als Campingplatz sind noch der Hauptweg und ein Gebäude erhalten, das zur meeresbiologischen Station umgebaut wurde. Seit 2007 hat die Geografin Susanne Hörger- Ahlers schon mehr als 1500 Personen durch die Landschaft geführt. Ab 14. April starten die Führungen vom Tourismusbetrieb donnerstags um 10 Uhr. Die Teilnahme ist mit Ostseecard kostenlos, sonst kostet sie für Erwachsene zwei, für Kinder einen Euro. Von Thomas Christiansen

Quelle: Kieler Nachrichten  

 

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