Fehlende Kita-Plätze bleiben ein Problem

Leiterin Susanne Dörr schaut ihren Schützlingen Jette (6, links) und Romy (6) bei den Malarbeiten im Laboer Kindergarten "Kleiner Anker" über die Schultern. Foto: Ulf Dahl

 

LABOE. Von den für das am 1. August beginnende neue Kindertagesstättenjahr angemeldeten Kindern können 22 nicht in Laboe versorgt werden. Im Bildungsausschuss wurde diskutiert, ob eine längere Nutzung der Räume am Schwanenweg möglich wäre, und ob dort zunächst Container aufgestellt werden können. Dazu wurde aber kein Beschluss gefasst, weil sich zunächst der Bauausschuss und die Gemeindevertretung mit einer möglichen Änderung des Bebauungsplans beschäftigen sollen, und dann mit dem Grundstückseigentümer im Schwanenweg verhandelt werden müsste. Stattdessen wurde zunächst beschlossen, die Bürgermeisterin zu beauftragen, mit dem Kreis über Lösungsmöglichkeiten zu sprechen. „Wir haben die Aufgabe, diese 22 Kinder unterzubringen“, betonte der Vorsitzende des Ausschusses, Volkmar Heller. Zum Grundstück der bislang nur befristet nutzbaren Krippeneinrichtung im Schwanenweg gehöre ein großes Gartengelände, auf dem zunächst Container aufgestellt werden könnten, meinte Heller. Nach dem Bericht der Amtsverwaltung zur Kindertagesstättensituation und zur Bedarfsentwicklung, der auf Antrag der Grünen von der Gemeindevertretung erbeten worden war, stehen in Laboe einschließlich der zusätzlichen Krippengruppe ab Sommer 179 Plätze zur Verfügung. In der DRK-Kita gibt es 50 Plätze für Kinder unter drei Jahren und 84 für ältere Kinder, in der Kirchen-Kita „Kleiner Anker“ sind fünf Krippen- und 40 Elementarplätze. Zum 1. August würden 16 angemeldete Kinder im Alter von unter drei Jahren und sechs angemeldete Kindern im Alter von über drei Jahren aus Laboe und Brodersdorf unversorgt bleiben. Den betroffenen Eltern wurden nach Angaben des Amts einige wenige freie Plätze in Kindertagesstätten in Stein und Wendtorf angeboten, die von ihnen aber in vielen Fällen aufgrund der Entfernung als nicht bedarfsgerecht bezeichnet wurden. Da die räumlichen Kapazitäten der beiden Laboer Kindertagesstätten ausgeschöpft und weder ein Anbau noch die Anmietung anderer Immobilien möglich scheint, wäre nach Ansicht des Amts zu prüfen, ob eine durch den Kreis zu genehmigende Überbelegung möglich wäre. Dafür müssten wahrscheinlich mehr Fachkräfte eingestellt werden. Für die Kinder unter drei Jahren käme theoretisch auch die Tagespflege in Betracht, alle Plätze dafür sind aber belegt. Denkbar wäre die Anmietung von Wohnungen durch die Gemeinde. Ausbaupotenzial bietet auch nach Ansicht des Amts das Grundstück im Schwanenweg. Als langfristige Maßnahme empfiehlt das Amt, bei der Ausweisung neuer Wohngebiete bereits bei der Planung den Bedarf für zusätzliche Kinderbetreuungsplätze einzukalkulieren. Von Thomas Christiansen

Quelle: Kieler Nachrichten  

 

Zurück