Starker Einsatz nach "Explosion"

Auch Drehleitern setzte die Feuerwehr ein, um nach der "Explosion" in der Schwimmhalle "Verletzte" zu bergen. Bei der Übung des Rettungsdienstes des Kreises Plön wurden am Sonnabend in Laboe rund 330 Helfer mit 60 Fahrzeugen eingesetzt. Foto: Thomas Chris

 

LABOE. „Prost Neujahr“, meinen manche, als die Übung an der Schwimmhalle startet. Tatsächlich klingt es fast wie Silvesterfeuerwerk, was die Pyrotechniker des Technischen Hilfswerks zünden. Wenig später heulen die Sirenen. Nach der „Explosion“ rücken 330 Rettungskräfte mit 60 Fahrzeugen an. Wenige Minuten bevor Übungsleiter Bodo Voges vom Rettungsdienst des Kreises Plön der Leitstelle das Startsignal gibt, bahnen sich zwei Jugendliche an Absperrbändern und Sanitätern sowie dem direkt vor der Halle auf dem Dach liegenden Auto vorbei den Weg und wollen schwimmen. Zu diesem Zeitpunkt sind in der Halle fast 70 sehr realistisch geschminkte „Verletzte“, die beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte gegen die Scheiben klopfen und um Hilfe schreien. In und um die Halle sowie dem vermeintlich durch die Explosion umgeworfenen Auto verbreitet sich stinkender Qualm. Für die Übung von Rettungskräften und Katastrophenschutz ist ein unübersichtliches Szenario erdacht: Es brennt, das Gebäude ist schwer beschädigt, es gibt sehr viele Verletzte. Immer mehr Rettungs-, Notarzt- und Feuerwehrwagen treffen ein, halten aber zunächst Abstand. Erst nachdem die Lage erkundet ist, rücken gezielt Fahrzeuge nach, werden direkt vor der Halle zwei Drehleitern ausgefahren, die Personen vom Dach retten. Immer mehr Feuerwehrtrupps gehen unter Atemschutz durch den Haupt- sowie Nebeneingänge in die Halle, um die vielen Verletzten zu bergen. Für sie steht ein Zelt bereit, das aber schnell überfüllt ist, sodass weiter Verletzte davor abgelegt werden. „Die Decken sind alle“, ruft jemand. Doch schon bald bringen weitere Sanitäter Nachschub. Am Abend ziehen die beteiligten Organisationen im Laboer Feuerwehrhaus, wo sie schon zuvor zum theoretischen Teil der Übung waren, Bilanz. Walter Lamp, stellvertretender Leiter des Rettungsdienstes des Kreises Plön, fasst später zusammen: „Es gab leichte Schwächen, aber ich bin zufrieden.“ Das Szenario sei sehr umfangreich gewesen, und es habe zu wenige Einsatzkräfte gegeben. Insgesamt sprach Lamp von einer „tollen Übung“ und einer „logistischen Meisterleistung“. Beteiligt waren neben weit mehr als 100 Rettungsdienstkräften einschließlich vier Notärzten nicht nur aus dem Kreis Plön, sondern aus vielen Teilen Schleswig-Holsteins und sogar aus Hamburg, Katastrophenschutz und Notfallseelsorge sowie mehreren Feuerwehren – unter anderem aus Laboe, Heikendorf, Probsteierhagen, Brodersdorf und Wendtorf – zum Beispiel auch Spezialisten des Technischen Hilfswerks (THW). Björn Schuldt und Ralf Wolgast vom THW-Ortsverein Bad Oldesloe schmunzelten, als ihr pyrotechnischer Einsatz mit Silvesterfeuerwerk verglichen wurde: „Wir machen die etwas professionellere Variante von Feuerwerk“, sagte Schuldt. Die Schwimmhalle blieb dabei aber vollkommen unbeschädigt – sie kann uneingeschränkt weiterhin genutzt werden.  Von Thomas Christiansen 

Quelle: Kieler Nachrichten   

 

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