Mit Glück geht`s an Bord

Wer wird in diesem Jahr für einen Tag Seenotretter? Der Gewinner 2015 war Thomas Stasch (links), den Rettungsmann Henry Hildebrandt unter seine Fittiche genommen hatte. Foto Astrid Schmidt

LABOE. „Werde Seenotretter für einen Tag“ – unter diesem Motto startete am Dienstag die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Laboe einen Online- Wettbewerb. Bis zum 25. August können sich bundesweit Frauen und Männer ab 18 Jahren bewerben, um am 10. und 11. September an Bord des Rettungskreuzers „Berlin“ den Alltag der Rettungsmänner miterleben zu können. Einer, der im vergangenen Jahr diesen Wettbewerb gewonnen hat, ist Thomas Stasch. Der Rheinländer erzählte begeistert von seinen Erfahrungen und hat auch ein paar Tipps für die neuen Bewerber. „Erzählen Sie so vielen Menschen wie möglich davon“, rät der 44-Jährige aus Siegburg. Er konnte es damals kaum fassen: „Die verlosen meinen Traum“, habe er gedacht, als die DGzRS mit ihrer Aktion startete. Rund 600 Menschen hatten sich beworben. Schon seit Stasch zehn Jahre alt war, wollte er einmal an Bord eines Seenotrettungskreuzers gehen und mehr über die Arbeit der Rettungsmänner erfahren. „In meinem Zimmer hingen damals nicht Starschnitte, sondern die Bilder von Rettungskreuzern“, berichtete er. Seine Eltern hatten sogar bei Showmaster Rudi Carrell versucht, ihrem Jungen diesen Wunsch zu erfüllen. Und nun gab es diesen Wettbewerb. „Den muss ich gewinnen“, hatte er sich gesagt und alle Möglichkeiten des Stimmenfangs genutzt. „Ich habe so viele Menschen angesprochen und ihnen von meinem Kindheitstraum erzählt“, berichtete Thomas Stasch. Am Ende hat es geklappt. Er kam unter die zehn Bewerber mit den meisten Stimmen und wurde darunter ausgelost. Für die Seenotretter der „Berlin“ war Stasch ein „Glücksfall“, wie Henry Hildebrandt sagt. Er hatte den Neuling unter seine Fittiche genommen und schnell gemerkt: Der stellt sich ganz patent an. Zwei Einsätze warteten auf den „Seenotretter für einen Tag“, in denen er auch kräftig gefordert wurde. „Ich durfte sogar das Tochterboot in die Heckwanne fahren“, berichtet er noch heute schwer begeistert. Inzwischen ist er ein Botschafter in seiner Heimatregion, hält Vorträge über die Arbeit der Seenotretter und bleibt mit der Laboer Crew in Kontakt. Und so können auch andere See- oder Schifffahrtsbegeisterte Seenotretter für einen Tag werden: Auf der Internet- Seite werde.seenotretter.de ein Foto hochladen und maximal mit 120 Zeichen beschreiben, weshalb man diesen Wunsch hegt und genau der Richtige dafür ist. Damit startet das Voting, in dem Freunde, Bekannte, Kollegen oder einfach nur Interessierte dem Bewerber ihre Stimme geben. Die Online-Abstimmung läuft bis zum 25. August. Der Gewinner wird per Los aus den zehn Bewerbern ermittelt, die die meisten Stimmen bekommen haben. Am 10. und 11. September heuert der Sieger dann als „Praktikant“ bei den Seenotrettern an, einschließlich eines vorgeschalteten Überlebenstrainings. Kommt es zum Einsatz, ist er hautnah dabei. Von Astrid Schmidt    

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