Berührende Friedensbotschaft

Genossen ein abwechsunlgsreiches Adventskonzert: die gebannt lauschenden Besucher der einfach, doch stilvoll eingerichteten Anker-Gottes-Kirche in Laboe. Foto Hofmann

Laboe. Über eine gleich zwei Mal fast bis auf den letzten Platz besetzte Anker-Gottes-Kirche freute sich Laboes Kantor Eckhard Broxtermann. Am Freitag und Sonnabend strömten die Freunde anspruchsvoller Musik in das 1972 erbaute Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, um sich bei Werken des katholischen Komponisten Max Reger und dem Oratorio de Noël op. 12 von Camille Saint-Saëns auf die Adventszeit und die weihnachtliche Friedensbotschaft einzustimmen.
Von Herbert Hofmann

Mit Ernst, o Menschenkinder, einem Adventslied, und der Choralkantate Vom Himmel hoch, da komm ich her von Max Reger gaben die Sängerinnen und Sänger der Laboer Kantorei, das Barkauer Streichquartett sowie der Organist Reinfried Barnett einen stimmungsvollen Auftakt. Das musikalische Zwiegespräch zwischen Orgel und Orchester, wechselnden Solound Chorpassagen sollte sich zu gemeinsam gesungenen Strophen nach Texten von Martin Luther steigern.
Aufwühlende und authentische Erinnerungen aus den Aufzeichnungen des britischen Gefreiten Frederick W. Heath an Weihnachten 1914 an der Westfront trug Maike Enterich mit fester und klarer Stimme vor. Sie schilderte, wie hauptsächlich deutsche und englische Soldaten an zahlreichen Abschnitten der Westfront spontan ihre Schützengräben verließen, sich die Hand reichten, Christmas Pudding aßen und gemeinsam Weihnachtslieder sangen, bevor sie ihre wahnsinnigen Kämpfe wieder aufnahmen. Diese bewegende Episode des Ersten Weltkriegs ging als kleiner „Weihnachtsfrieden“ in die Geschichte ein. Nahezu bombastisch leitete Kirchenmusikdirektor Henrich Schwerk aus Plön mit Regers Stück Weihnachten aus Sieben Orgelstücke op. 145 Nr. 3 auf der Seifert-Orgel zu Franz Xaver Grubers Stille Nacht, heilige Nacht über. Stimmungsvoll eingeleitet von der in Kiew geborenen Harfenistin Elena Lavrentev sang Stefan Vinke mit seinem Wagner-gestählten Tenor ein prächtiges Solo. Nicht minder berührend wirkten im abschließenden Weihnachtsoratorium unter der dynamischen Leitung von Kantor Eckhard Broxtermann außerdem die Solisten Sabine Vinke (Sopran), Eva Schneidereit (Mezzosopran), Marta Justyna Slogsnat (Alt) und Jan Westendorff (Bariton).
Dem begeisterten Publikum war die Botschaft der beiden Abende klar: Frieden auf Erden.

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