Viel Unterstützung für die Seenotretter

Ärztin Agnieszka Ortolan ist seit 17 Jahren ehrenamtlich für die Seenotretter im Einsatz

Laboe. Erfolg für die Seenotrettung an Nord- und Ostsee: Der von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) organisierte Tag der Seenotretter brachte in Laboe am Sonntag ungewöhnlich viele neue Unterstützer. Die Veranstaltung lief gerade mal zwei Stunden, da waren die geplanten Fahrten mit dem Seenotkreuzer „Berlin“ für neue Förderer schon ausgebucht. „Normalerweise rechnen wir mit zwei Fahrten. Heute haben wir bereits drei voll und es werden wohl noch mehr“, erklärte Asja Rohwer, zuständig für die Pressearbeit bei der DGzRS in Laboe. Mehr als 30 neue Förderer an einem Tag allein in Laboe sind eine besonders hohe Zahl. „Es haben Urlauber aus München angerufen und ihren Aufenthalt extra um diesen Tag herum gebucht, damit sie noch einmal mit der ,Berlin’ fahren können“, so Rohwer. Das Schiff hat in diesem Jahr mehr als 30 Jahre Dienst hinter sich und soll im Winter gegen ein neues Boot ausgetauscht werden. Darum fuhr Vormann Michael Müller mit den zahlreichen neuen Freunden der Seenotrettung auch ein paar Extratouren aus dem Laboer Hafen heraus. Nebenbei moderierte er Rettungsvorführungen im Hafenbecken und plauderte mit den Ehrenamtlichen. Klinikärztin Agnieszka Ortolan aus Laboe ist seit zehn Jahren für die medizinische Versorgung auf hoher See im Einsatz und informierte die Besucher am Tag der Seenotretter über ihre Arbeit. „Bei Rettungsaktionen auf dem Wasser ist es sehr viel schwieriger, die richtige Diagnose zu stellen. Es ist laut und schaukelt, die Bedingungen sind extrem“, erzählte sie. Bei ihren Einsätzen hat die junge Ärztin Zugriff auf eine hochmoderne Ausstattung. „Wir sind wie eine kleine Intensivstation ausgerüstet.“ Auch davon konnten sich die rund 4000 Besucher am Sonntag einen Einblick bei Rundgängen auf dem Rettungskreuzer „Berlin“ verschaffen. Andere genossen Ausflugsfahrten mit dem Rettungsboot „Walter Rose“ aus Schilksee oder staunten über Schiffsmodelle und musikalische Leichtmatrosen von der Band Havariegefahr. Zu den aktiven Seenotrettern in Laboe gehören derzeit etwa 15 bis 20 Freiwillige und neun Hauptamtliche. Insgesamt betreibt die DGzRS an Nord- und Ostsee 20 Seenotkreuzer und 40 Seenotrettungsboote an 54 Stationen, von denen 16 zum Tag der Seenotretter eingeladen hatten. Nsc
Quelle: Kieler Nachrichten

 

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