German Classics nehmen Fahrt auf

Detlef Lutz aus Hamburg ist einer der sechs Bewerber für den Rastaurierungspreis. Seine "Lille" ist das zweitälteste noch schwimmende Folkeboot. Foto Astrid Schmidt

 

LABOE. Eine Augenweide für See- und Seh-Leute: Die Auslaufparade der Schären- und Mälar-Kreuzer, der Tourenkreuzer und Jachten. Sie starteten am Freitag zu ihrer ersten Wettfahrt der German Classics vor Laboe. Rund 150 klassische Jachten sind im Gewerbehafen des Ostseebads versammelt und noch bis Sonntagvormittag zu bestaunen. Die wendigen und zumeist sportlich orientierten Schärenkreuzer stehen im Fokus des Treffens. Sie konnten am Freitag eine eigene Wettfahrt austragen, die bislang den sogenannten Zwölfern vorbehalten war. Denn diese auffallend schönen 12mR-Jachten sind in diesem Jahr nicht dabei. „Die segeln alle zum 150. Geburtstag des königlichen Jachtclubs in Kopenhagen“, berichtete Organisator Wilfried Horns. Bereits am Donnerstag hatten die Freunde klassischer Jachten ihre 28. German Classics bei bester Sommerabend- Stimmung und Saxofon-Klängen eröffnet. „In dem neu gestalteten Hafenumfeld feiert es sich noch besser“, sagte Horns mit Blick auf das stimmige Ambiente. In diesem Jahr gibt es eine weitere Besonderheit: Gleich sechs Bootseigner haben sich für den Restaurierungspreis beworben. Die Preisvergabe ist nicht nur für die Organisatoren um Wilfried Horns ein Schwerpunkt, sondern auch für die Segler. „Die Klassiker aus Holz brauchen viel Liebe und mindestens genauso viel Pflege“, weiß Horns. Er segelt eine 1949 gebaute 7KR-Jacht, die erste ihrer Baureihe. Die Kriterien für den Restaurierungspreis: „Von der Jury werden jachtgeschichtliche Bedeutung des Bootes, Originaltreue und Ausführungsqualität ebenso bewertet wie die Eigenleistung des Eigners“, so Horns. Einer der Bewerber ist Detlef Lutz aus Hamburg, der sein Folkeboot (Nummer 28) „Lille“ in Kappeln liegen und es drei Winter lang zu einem wahren Schmuckstück aufgearbeitet hat. „Die ersten zwei Winter gehörten dem Aufbau, der dritte Winter war für die Schönheit“, erklärte Lutz. Und während viele Eigner Beschläge und Verzierungen aus Messing und Bronze von ihren Booten entfernen, verbaute Lutz diese ganz bewusst. „Das Polieren ist für mich wie Meditation“, erklärte der 48-Jährige. Ganz nebenbei sorgen diese Hingucker auch für eine edle Optik, ebenso wie der Kontrast der Mahagoni-Leisten zum strahlenden Weiß der Planken. Das Folkeboot als „klassisches und absolut sicheres und zuverlässiges Ostseeboot“ hat es Lutz schon 1993 angetan. Damit ist er in guter Gesellschaft, denn allein 22 Folkeboote sind in diesem Jahr bei den German Classics in Laboe vertreten. Die „Lille“ allerdings sei das zweitälteste noch schwimmende Boot seiner Baureihe, berichtete der stolze Besitzer. asc 

Neben den Wettfahrten, dem Skipper-Stammtisch und dem Fachsimpeln bieten die German Classics den Besuchern ein stimmungsvolles Musikprogramm in und vor den weißen Pagodenzelten am Hafen. Wer ein wenig Segler-Flair schnuppern möchte, hat dazu am heutigen Sonnabend und Sonntagfrüh Gelegenheit. 

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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