Freya-Frahm-Haus in Laboe kämpft um Zuspruch

Nur eine Handvoll Besucher waren zum Konzert "Fallin Wolf" (Linn Meissner und Beate Wolff, rechts) ins Freya-Frahm-Haus in Laboe gekommen

Laboe. Das Freya-Frahm-Haus in Laboe hat sich in den vergangenen zwei Jahren zu einem Haus der Kultur, der Kunst und der Begegnung gemausert. Die Besucherfrequenz ist allerdings sehr unterschiedlich. Die seit Jahresbeginn laufende Konzertreihe beispielsweise steht jetzt vor dem Aus. Grund: Es kommen kaum Zuhörer. „Wir werden im November überlegen, ob wir die Reihe einstellen“, erklärte Gabriela Lübeck, Vorsitzende des Fördervereins. In Arbeit ist derzeit das Jahresprogramm 2017. Von den Gästen des jüngsten Konzertes von „Fallinn Wolff“ (Linn Meissner und Beate Wolff) waren gerade einmal acht „echte“ Besucher. Davon, so erklärte der Organisator Bernd Künzer von der Landesarbeitsgemeinschaft Folk in Kiel, habe er die meisten noch aus seinem persönlichen Umfeld mitgebracht. Es sei bereits das siebte Konzert, das so spärlich besucht sei, bedauerte Künzer. Er organisiert in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Freya-Frahm-Hauses die Reihe und bemängelt vor allem das Ausbleiben der Laboer selbst. Hintergrund: Vor einigen Jahren hatte die Namensgeberin ihr Haus samt Vermögen der Gemeinde vererbt mit der Auflage, ein Begegnungszentrum zu schaffen. Kulturinteressierte im Ort gründeten den Förderverein, der das Haus mit Leben füllt. Das kulturelle Jahresprogramm legt der Verein dem Kulturausschuss der Gemeinde vor. „Wir sind immer noch in der Erprobungsphase und müssen sehen, was geht und was geht nicht“, erklärte Lübeck. Sie bedauere, dass die Konzertreihe so spärlich besucht werde. An Werbung könne es nicht liegen, erklärte sie. „Das Haus ist im Internet gut zu finden, hat eine topaktuelle Homepage. Wir arbeiten eng mit der Presse zusammen, kleben Plakate und sprechen die Menschen persönlich an“, nennt Lübeck vielschichtige Werbemaßnahmen. Auch der Eintrittspreis von 10 Euro, der eins zu eins an die Künstler weitergegeben werde, könne kein Hinderungsgrund für Interessierte sein. „Es wäre einfach unanständig, wenn Künstler für Null auftreten sollen“, so Lübeck. Für sie ist klar: „Wenn die Reihe nicht besser läuft, müssen wir sie einstellen.“ Auch Kinderveranstaltungen, wie die Puppenbühne zum Beispiel, hätten sich nicht bewährt. „Die wurden so gut wie gar nicht besucht“, so Lübeck. Sehr zufrieden sei sie hingegen mit der Besucherzahl bei Ausstellungen. Die werden „sehr gut angenommen“. Auch bei Anfragen von Veranstaltern, die das Freya-Frahm-Haus nutzen möchten, gehe es vorwiegend um Ausstellungen. Ein wenig mehr Unterstützung wünsche sie sich von den Laboer Bürgern ebenso wie von der Gemeinde. Man verzeichne zwar vereinzelt auch Zuspruch von Gemeindevertretern, aber insgesamt erlebe der Förderverein eine eher destruktive Stimmung. „Wir sind nicht nur dazu da, das Haus sauber zu halten. Jeder sollte sich einmal umschauen, was wir in kurzer Zeit ehrenamtlich mit diesem Haus geschaffen haben“, meint Lübeck. Denn klar sei, die Besucherzahlen strahlen auch auf den Ort aus. „Viele gehen nach der Ausstellung oder dem Konzert noch essen oder Kaffee trinken“, weiß sie aus vielen Gesprächen mit Gästen. „Das Freya-Frahm-Haus hat einen Mehrwert für Laboe und es wäre schön, wenn die Gemeinde das auch stärker anerkennen würde“, wünscht sich die Vereinsvorsitzende. Derzeit zählt der Förderverein rund 60 Mitglieder, auf etwa ein Dutzend ehrenamtlicher Helfer kann der Vorstand zu verschiedenen Anlässen und Terminen zurückgreifen.
Quelle: Kieler Nachrichten

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