Bastel-Königin mit Herz für Kinder

Basteln mit Scheich und Prinzessin: Uschi Wieck zeigt ihr Werk mit Tipps und Tricks zu Basteltechniken - erschienen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Buch entstand, als sie zum unterrichten in Dubai war. Foto Astrid Schmidt

 

 

LABOE. Basteln ist ihre große Leidenschaft. Seit Jahrzehnten bastelt Uschi Wieck mit Kindern, Erwachsenen, Kranken und Freundinnen. Immer für den guten Zweck – dafür ist sie bekannt. Und immer mit neuen Ideen und jederzeit bereit, Tipps und Tricks zu verraten – dafür ist sie auch bekannt. Und so ist es für die heute 73-Jährige eine Selbstverständlichkeit, überall angesprochen zu werden, egal ob beim Einkaufen, am Strand, im Theater oder auf dem Markt. „Das gehört für mich dazu, ich mag es auch, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt die Wahl-Laboerin. „Uschi, kannst Du mal...?“ Auf diese Frage hat Uschi Wieck seit fünf Jahren nie ein Nein. Nicht in Laboe, wo sie zuhause ist, und zuvor auch schon nicht am Schönberger Strand und in Selent. Das ist wohl das wichtigste Markenzeichen der immer fröhlichen Blondine mit den strahlend blauen Augen. Angefangen hatte alles mit einem Bastelgeschäft im eigenen Haus in Selent, mit einer kleinen Galerie und eigenen Bildern. Nach einer kaufmännischen Ausbildung besuchte sie die Kunsthochschule. Eines war für sie aber immer klar: „Künstlerin wollte ich nie werden.“ Gleichwohl verschrieb sie sich in ihrer Freizeit und „zum Entspannen“ der Malerei. Doch ebenso viel Spaß wie selbst den Pinsel zu führen machte ihr das Vermitteln von Techniken. Die Bastelleidenschaft entstand dann etwas später – vor 37 Jahren, damals noch in Selent. „Ich fuhr mit meinem klapprigen Fiat 500 eineinhalb Jahre meine Freundin zu ihrem krebskranken Sohn nach Kiel in die Klinik. Um die Wartezeit zu überbrücken, bastelte ich mit Kindern auf der Station“, erzählt sie. Daraus sollte auch nach dem Tod des Kindes eine feste Einrichtung werden. Schließlich hatte sie die Idee, die mit den Kindern der Krebsstation entstandenen Dinge zu verkaufen, um so Dinge zu erwirtschaften, für die der normale Krankenhaus-Etat nicht ausreichte. Welchen Umfang diese Hilfe einmal annehmen würde, konnte Uschi Wieck damals nicht erahnen. „Ich merkte schon, dass ich von vielen Firmen und auch Privatleuten Unterstützung fand, das spornte mich an“, erzählt Wieck. Immer öfter wurde sie von Veranstaltern gebucht, um mit Kindern die neuesten Bastelideen, die auf dem Markt waren, umzusetzen: Seide in der Mikrowelle, Window-Color, Decoupage, Serviettentechnik in 3D, verrückte Hühner und Porzellanmalerei. Sie schrieb Bastelbücher, wurde damit schließlich international bekannt und auf Messen gefragt. „Die Frankfurter Buchmesse 2004 werde ich nie vergessen. Da wurde ich nach Dubai eingeladen, um dort an der Königlichen Designerschule zu unterrichten“, erzählt die Bastel- Fachfrau. Von ihrem Aufenthalt 2005 in Dubai berichtete der Radiosender NDR 1Welle Nord live. Wieck bastelte für Fernsehsender und Magazine, schrieb Bücher in deutscher und englischer Sprache. Bis heute ist sie auf Veranstaltungen unterwegs, hat weder ihre Bastelleidenschaft verloren noch ihr großes Herz für kranke Kinder. Bastelnachmittage mit 80 Kindern meistert sie mit Schwung und Humor. Dennoch wolle sie ein wenig kürzer treten und habe ihre öffentlichen Einsätze ein wenig eingeschränkt, räumt sie ein. Eine besondere Anerkennung war für sie die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes vor zwei Jahren. Von Astrid Schmidt Quelle Kieler Nachrichten  

 

 

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