LWG stürzt ihren Vorsitzenden

Stephan Matthiesen (52) schmeißt die Brocken hin und tritt gleichzeitig von allen politischen Ämtern zurück

Laboe. Die Mitglieder der Laboer Wählergemeinschaft wählten in ihrer Versammlung einen neuen Vorsitzenden. Rolf Strohmeyer setzte sich mit einer Stimme Mehrheit gegen den Amtsinhaber Stephan Matthiesen durch. Der Laboer Gewerbetreibende war vor zwei Jahren angetreten, um einen Generationswechsel einzuleiten. Nun schmiss er die Brocken hin und trat von allen politischen Ämtern zurück. Matthiesen hatte in der vergangenen Kommunalwahl Nägel mit Köpfen machen wollen. „Nicht nur meckern, sondern machen“ war seine Devise, als er sich als Kandidat für die LWG aufstellen ließ und in die Gemeindevertretung einzog. Vor zwei Jahren übernahm er auch den Ortsvorsitz der LWG und wurde stellvertretender Bürgermeister. Sein Auftreten war nicht unumstritten. Der Gewerbetreibende sprach durchaus Klartext und das auch oft spontan. Er wolle sich zu seiner Wahlniederlage nicht äußern und habe mit der Politik abgeschlossen, gab er auf Nachfrage an. Strohmeyer kann diese Reaktion nicht nachvollziehen. Er habe sich nicht beworben, sondern sei in der Versammlung als Vorsitzender vorgeschlagen worden. Schließlich gab es eine Kampfabstimmung: Zwölf Mitglieder stimmten für Strohmeyer, elf für Matthiesen, drei enthielten sich und eine Stimme war ungültig. Nach dem Ergebnis erklärte auch Volker Arp seinen Austritt aus der LWG, teilte der Fraktionsvorsitzende Carsten Leonhardt mit. Er bedauerte auf Nachfrage diese Entscheidungen. „Aber es ist zu akzeptieren“, so Leonhardt. Für den Neuen an der Spitze sind diese Reaktionen nicht nachvollziehbar. Sie seien persönlich motiviert und hätten nichts mit der Sache zu tun. „Meine Ziele und Ansichten haben die Mitglieder offenbar überzeugt“, sagte Strohmeyer. Der 54-jährige Versicherungsmakler ist seit 24 Jahren Mitglied der LWG und seit 2012 in der Ortspolitik aktiv. Auch vor zwei Jahren sei er schon für den Vorsitz angetreten, habe aber „haushoch“ verloren, erinnerte er sich. Unter der Ägide von Matthiesen habe die LWG immer mehr an Bedeutung verloren, erklärte er. „Früher war die LWG Ortsgespräch. Seit über 50 Jahren macht die LWG Politik von Laboern für Laboer. Aber das war nicht mehr so, die Bürgernähe fehlte. Es wurde nur noch ein Amt ausgeübt“, sagte Strohmeyer. Als LWG müsse man sich positionieren, die Bürger auch über das Internet hinaus über kommunalpolitische Dinge informieren, sie abholen und mitnehmen. „Das werde ich jetzt tun, dafür habe ich das Rüstzeug“, sagte Strohmeyer.
Quelle: Kieler Nachrichten

 

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