Show mit Schneeflocken und Zumba

Die Leistungsturnerinnen des TVL zeigten akrobatische Nummern - im Hintergrund der jüngere Nachwuchs

Laboe. „Ich will, dass es schneit,“ sagt Turngala-Moderatorin Ann-Kathrin Erdmann – etwas unrealistisch bei acht Grad plus. Doch der TV Laboe macht vieles möglich – eine abwechslungsreiche Aufführung mit rund 70 Beteiligten und „Schnee“ in der Halle ebenso wie im Alltag die Integration von Flüchtlingen.
Die Turnsparte bestreitet traditionell den größten Teil der Weihnachtsgala, hat aber auch viel zu bieten – von den kleinen Anfängerinnen, als Schneeflocken kostümiert, bis zur atemberaubenden Show der Jungen und Mädchen aus der Leistungsklasse. Auch die Tänzerinnen mit Zumba, Ballett, Modern Dance und Orient-Stil sorgen bei mitreißenden Rhythmen für Stimmung. Wie man Handball mal ganz anders vermitteln kann, zeigt das „Handball-ABC“ mit beherztem Einsatz des Nachwuchses bei F wie Foul, M wie Mannschaft und W wie Werfen. Die Umbaupausen überbrücken Erdmann und Moderatoren-Kollegin Svenja Roespel witzig und unterhaltsam.
Die Schwimmsparte hat immer das Problem, dass ihr Sport auf dem Trockenen schwer vermittelbar ist. Im vergangenen Jahr hatte sie aus der Not eine Tugend gemacht und den drohenden Verlust der Schwimmhalle thematisiert. Auch diesmal ging der Beitrag der Sparte über die Gala hinaus: Der TV Laboe (1500 Mitglieder) ist einer von bundesweit 750 Vereinen im Programm Integration durch Sport, gefördert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie dem Landessportverband. Zu den angebotenen Aktivitäten gehört das Schwimmen lernen. „Schwimmbewegungen sind überall auf der Welt gleich“, verrät Ann-Kathrin Erdmann noch, bevor sie die Bühne frei gibt für den Beitrag der Schwimmer, der diesmal ein Schwarzlichttheater ist. Während dunkel gekleidete Personen Symbole schwenken, demonstrieren weiß gekleidete die Bewegungen von Brust- und Kraulschwimmen. Auf dunkel umwickelten Rollkästen schweben die Darsteller scheinbar durch die Luft. Unter der Kleidung könnte jede Hautfarbe stecken – man sieht es nicht. Eine Abschlussrunde mit Pro-Schwimmhalle-Shirt darf natürlich nicht fehlen.
Auf dem Weg zum Finale wird es immer weihnachtlicher: Erdmann und Roespel finden Kinder, die Gedichte auswendig aufsagen können. Mit einer weiteren guten Idee schneit es schließlich auch in der Halle: Kleine weiße Luftballons schweben von der Decke in die ausgestreckten Kinderarme. Und dann kommt auch der Weihnachtsmann.
Während die meisten Zuschauer sich dann nach Hause begeben, steht vor den Organisatoren noch die Aufräumarbeit: „Die Halle muss heute Abend wieder besenrein sein!“, so Pressewart Hans-Georg Kurkutsch. Das bedeutet vor allem das Schleppen der winterlichen Kulisse in die Abstellkammer. Man überlege immer wieder, ob man den Aufwand nur alle zwei Jahre betreiben sollte, so Kurkutsch. Doch für die Gruppen sei es eine schöne Möglichkeit, sich zu präsentieren. Und nicht nur die jungen Sportler seien zuvor immer sehr aufgeregt – „auch die Eltern und Großeltern“.

Quelle: Kieler Nachrichten

 

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