Schwanenweg hat Vorfahrt

LABOE. „Wir sind arbeitsfähig“, freute sich Bürgermeisterin Ulrike Mordhorst, als dem zuvor im Werkausschuss abgelehnten Wirtschaftsplan 2017 des Laboer Eigenbetriebes in der Gemeindevertretung mehrheitlich zugestimmt wurde. Heftig diskutiert wurde über die Reihenfolge bei der Straßensanierung. Die längst beschlossenen und auch bereits im Haushalt 2016 finanzierten Straßensanierungen – zu denen ein Teilabschnitt des Schwanenwegs gehört – sollen nun im ersten Quartal 2017 ausgeschrieben werden. Darüber hinaus sind, wie berichtet, weitere Mittel für Straßensanierungen 2017 vorgesehen. Mordhorst sprach deshalb von einem „großen Wurf“. Wie schon im Finanzausschuss mitgeteilt, würde eine Sanierung des kompletten Schwanenwegs bis zum Kiebitzredder 135 000 Euro zusätzlich kosten. Horst Etmanski (CDU) plädierte daraufhin dafür, den Schwanenweg von der Liste zu streichen und lieber den Fuß- und Radweg am Brodersdorfer Weg zu sanieren, der schließlich auch Schulweg sei. Inken Kuhn (SPD) meinte, dass dort inklusive der barrierefreien Umgestaltung der Bushaltestellen ein großes Projekt möglich sei, für das es Fördermittel geben könnte. Nach langer Diskussion erhielt die vorrangige Sanierung des Weges nur zehn Stimmen von CDU, Grünen und GAL, die vorrangige Sanierung des kompletten Schwanenwegs 13 Stimmen von SPD und LWG. Der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes wurde ebenso wie der Haushalt gegen die LWG (jeweils vier Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen) beschlossen. Beim Haushalt hatten zuvor GAL und CDU erklärt, nur „mit Bauchschmerzen“ zustimmen zu können. Bevor es zu diesen Sachthemen kam, beschäftigten sich die Gemeindevertreter mit diversen Wahlen und der Besetzung der Ausschüsse fast anderthalb Stunden lang – was zu einigem Kopfschütteln bei den Zuhörern sorgte. Andrea Erdmann vom Turnverein Laboe meinte: „Ich glaube, ich gehe auch in die Politik – ich kann das auch nicht.“ Nach dem Wechsel von zwei Grünen zur SPD hatte die LWG ursprünglich die Neubesetzung aller Ausschüsse beantragt, dies jedoch zurückgezogen, nachdem die Kommunalaufsicht dafür keinen Anlass sah. Stattdessen sollten nun aber nach den Fraktionswechseln und den Rücktritten von Stephan Matthiesen und Volker Arp (LWG) sowie dem Tod von Rudi Wimber (CDU) einige Stellen nach- beziehungsweise umbesetzt werden. Das führte zu viel Verwirrung und schließlich einer langen Sitzungsunterbrechung, während der die Fraktionsvorsitzenden sich auf eine Liste einigten. Zur neuen zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin gab es mit Annette Kleinfeldt nur eine Kandidatin, doch die CDU beantragte geheime Wahl. Kleinfeldt erhielt 18 Ja-Stimmen, es gab eine Enthaltung, eine ungültige Stimme und vier Zettel wurden gar nicht erst abgegeben. Die Wahl eines stellvertretenden Verbandsmitglieds im Abwasserzweckverband wurde vertagt, nachdem die LWG statt des von den Grünen vorgeschlagenen Wechsels eines Fraktionsmitglieds den nicht anwesenden Vorsitzenden des Bauausschusses vorschlug. Ohne Verzögerungen verliefen die Wahl von Sigrun Ostermann zur stellvertretenden Schiedsperson und die Verpflichtung von Marcus Hegewald (LWG) zum neuen Gemeindevertreter.
Quelle: Kieler Nachrichten

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