Landunter in Laboe und Heikendorf

Das Hochwasser trat im Laboer Hafen über die Kaimauer Foto: Feuerwehr Laboe

Sturmtief Axel sorgte an der Ostseeküste im Kreis Plön für Schäden an Stränden und Dünen. In weiten Teilen von Kalifornien und Schönberger Strand liegt das Deckwerk frei, der Sand wurde ein Raub der Wellen. Teile der Dünen sind regelrecht abgerissen und ausgehöhlt. Kapitän Jürgen Vorberg hatte vorsorglich die Seebrücke gesperrt. Sie hielt den Naturgewalten stand. Den höchsten Wasserstand verzeichnete Schönbergs Wehrführer Jörg Matthies in der Sturmnacht mit 1,50 Meter über Normal. „Wir waren in der Nacht an den Stränden unterwegs“, erklärte er. Anlieger hinter dem Deich seien nicht zu Schaden zu gekommen. Dennoch sind die Schäden für die Gemeinde immens, denn rund 60 000 Euro werden jährlich von der Kommune für Sandvorspülungen an den betroffenen Strandabschnitten ausgegeben. Eine Maßnahme, die immer wieder umstritten ist. Das gesamte Ausmaß wird sich erst nach dem Absinken des Wasserstandes zeigen.  Auch in Laboe gab es Sandverluste am Strand. Am späten Abend musste die Feuerwehr ausrücken, um den Hafenbereich zu schützen. „Insgesamt haben wir knapp sechs Tonnen Sandsäcke ausgebracht, um die Gebäude Harrys Fischküche, Aris Lotsenhaus, Ocean Eleven und Britts Bude zu schützen“, schilderte Feuerwehrsprecher Birger Möller den Einsatz. Damit war die Wehr bis kurz vor Mitternacht beschäftigt. Danach kontrollierte sie nur noch die Pegelstände. Die Feuerwehr Stein sperrte die überflutete Kreisstraße 30 zwischen Laboe und Stein ab.  Relativ ruhig verlief die Nacht in Heikendorf. Günter Schlensog, der direkt an der Förde wohnt, hatte bis Mitternacht regelmäßig den Wasserpegel am ehemaligen Dampferanleger mit einem Meterstab im Blick, um sein Haus notfalls vor den Fluten zu schützen (wir berichteten gestern). „Die Flut war genau in Höhe des Anlegers und schwappte auf den Fördewanderweg. Aber ansonsten war es in der Nacht völlig ruhig“, erinnert sich der 76-Jährige an seinen letzten Gang gegen Mitternacht. Anschließend konnte er beruhigt schlafen und auf den Hochwasserschutz für seine Kellerfenster verzichten.  Auch für die Freiwillige Feuerwehr Heikendorf endete der Abend früher als erwartet. „Es war wirklich sehr wenig los“, berichtete Gemeindewehrführer Jens Willrodt. Einzig ein Baum, der am frühen Abend im Uhlenholt durch den Sturm auf die Straße gekippt war, forderte die Aktiven heraus. Ansonsten blieben die Keller der Häuser in Küstennähe trocken, auch das in direkter Wassernähe gelegene Restaurant „Kiek ut“ am Kitzeberger Strand und der Goldfisch-Imbiss vor dem ehemaligen „Haus am Meer“ blieben von den Fluten verschont. „Wir haben bis 22 Uhr die gesamte Küstenlinie patrouilliert. Sicherlich war das Wasser bedrohlich, und es ist auch ein bisschen was reingelaufen, aber es blieb alles im grünen Bereich“, so Willrodt.  Auch aus Mönkeberg hieß es: Trotz hoher Wasserstände kaum Schäden. Nur im Jachthafen der Wassersport-Vereinigung hatte die freiwillige Feuerwehr bis Mitternacht mit einem Motorboot zu kämpfen, das gegen den Juliusturm zu schlagen drohte. „Wegen des Sturmes und der starken Wellen konnten wir das Boot auch nach Rücksprache mit der Kieler Wasserschutzpolizei nicht bergen, weil es zu gefährlich war“, sagte der stellvertretende Wehrführer Jürgen Kock. Im Laufe der Nacht schlug das Boot leck und ging gegen vier Uhr unter. „Wir haben den Dieselfilm aufgenommen und eine Firma informiert, die das Boot aus dem Wasser holen wird“, so Kock. In Hohwacht trug der Sturm mehrere Hundert Kubikmeter Sand vom Strand ab. Die Buhnen, die normalerweise unter dem Sand verborgen sind, kamen überall zum Vorschein. „Alle zehn Jahre erreicht uns so ein Wasserschwall“, sagte Bürgermeister Matthias Potrafky. Für ihn ist das Naturphänomen nicht besorgniserregend. Die Ostsee spüle erfahrungsgemäß den Strand bis zur Badesaison wieder auf. Ernst war die Lage am Hotel Genueser Schiff: Das Wasser drohte, über die Düne zu steigen und den Parkplatz zu überfluten. Der Pegelstand sank jedoch rechtzeitig. Dafür ist der Sehlendorfer Strand über Nacht gewachsen: Was in Hohwacht fehlt, liegt jetzt offenbar hier. „Bei uns sind Berge von Sand angeschwemmt worden“, sagte Bürgermeister Andreas Köpke. Am Donnerstag stand der Parkplatz am Strand unter Wasser. In der Tourist-Info in Blekendorf fiel der Strom aus, weil Grundwasser in den Keller drückte.  In Hohenfelde rechnet Bürgermeisterin Gesa Fink mit einem Schaden von mehreren Zehntausend Euro. Das Hochwasser spülte Teile des Strandwalls am Feriengebiet Malmsteg und eines Fußwegs weg. Die Kosten muss die Gemeinde tragen. Gesa Fink: „Gegen die Naturgewalten kann man sich nicht versichern.“ 


Quelle: Kieler Nachrichten

 

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