Vom vergessenen Areal zur Oase

Uwe Steffen (von links), Harald Hebenstein, Hans-Werner Peschke und Bärbel Woelk gehören zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Freunde des Kurparks, der 2007 nach einem Bürgerbegehren in Laboe entstanden war


LABOE. Der Laboer Kurpark hat sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Das ist die Bilanz des Vereins Freunde des Kurparks Laboe, der vor zehn Jahren aus einem Bürgerbegehren hervorgegangen war und sich des seinerzeit vergessenen Areals angenommen hat. Heute ist der Kurpark eine Oase, die fast komplett in ehrenamtlicher Arbeit gehegt, gepflegt und immer wieder weiterentwickelt wird. Etliche Projekte tragen die Handschrift von Uwe Steffen und vielen Mitstreitern. Bis heute stehen die Laboer hinter ihrem Kurpark. Der Verein zählt 164 Mitglieder. Als 2005 der damalige Bürgermeister Sönke Körber konkrete Pläne für eine Bebauung des Kurparks auf den Tisch legte, ging ein Ruck durch die Laboer Einwohnerschaft. Sie stellte sich mehrheitlich gegen das Projekt und sprach sich für den Erhalt der „grünen Lunge“ des Ostseebades aus. Das Ergebnis war eine Interessengemeinschaft von 35 Einwohnern, aus der am 24. Januar 2007 mit 44 Gründungsmitgliedern der Verein Freunde des Kurparks Laboe entstand. Darunter Hans-Werner Peschke, der bis heute den Verein führt, sein Stellvertreter Uwe Steffen, der mit seinem handwerklichen Können stets selbst mit anpackt. Harald Hebenstein, der im vergangenen Jahr verstorbene Rudi Wimber und seine Ehefrau, Bärbel Woelk und viele andere Laboer krempelten die Ärmel auf. Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Gemeinde bei der Pflege und dem Erhalt des Kurparks zu unterstützen, heißt es in der Satzung. Die Kurpark-Freunde rodeten den Wildwuchs, legten Beete an, entschlammten den Sumpf und machten aus ihm wieder einen Teich. Der bekam eine neue Brücke. Ein besonderes Projekt war der Pavillon und die Sanierung des Wasserlaufs. Mit Muskelkraft und viel Engagement wurden Feldsteine versetzt, mächtige Rhododendrenbeete umgesetzt. Es entstanden Kunstobjekte wie die Sonnenuhr. Die Libelle und auch der Flötenspieler erhielten einen Platz. Da wurden Spenden gesammelt, Sponsoren gewonnen und Fördermittel eingeworben. Die Mauer mit ihrem Quellstein davor gehört zu den aufwendigen Projekten, ebenso wie die Neugestaltung der Eingangsbereiche am Wiesenweg und am Katzbek. Wer heute mit offenen Augen durch den Park geht, entdeckt Bänke und Skulpturen, teilweise gespendet von Laboern oder Urlaubsgästen. „Wir wünschten uns, dass die Gemeinde den Kurpark mehr für Veranstaltungen nutzen würde“, so Hans-Werner Peschke. Er nennt Zahlen: „In den zehn Jahren haben wir eine Summe von rund 85 000 Euro aus Vereinsbeiträgen und Spenden in die Anlage investiert. Bei den monatlichen Arbeitseinsätzen von März bis Oktober haben Vereinsmitglieder 6000 Arbeitsstunden geleistet. Plus rund 5000 Arbeitsstunden von acht Mitgliedern, die eine Patenschaft für ein Beet im Park übernommen haben. Weitere 9000 Stunden schlugen bei Baumaßnahmen wie Teichreinigung und Entfernung der alten Holzstege zu Buche.“ Die Rechnung ist für Peschke und den Verein ganz einfach: „Bei 45 Euro je Betriebsstunde des Bauhofs haben wir in den vergangenen zehn Jahren die Gemeinde mit rund 900 000 Euro an Arbeitseinsatz entlastet.“ Für alle Helfer und Mitglieder gibt es im Frühjahr ein kleines Jubiläumsfest.
Quelle: Kieler Nachrichten

Zurück